350 IT-Fans programmieren 40 Stunden um die Wette

HackZurich - Organisator Rasmus Rothe: "Vielleicht werden einige Projekte kommerzialisiert."

Am Freitag um 22.30 Uhr startet HackZurich. 350 IT-interessierte Studenten und Programmierer aus ganz Europa treffen sich im Zürcher Technopark und hacken in einem 40-stündingen Programmier-Marathon, einem sogenannten "Hackathon", um die Wette. Organisiert wird der Anlass von Studenten der ETH und der Universität Zürich. Presenting Partner ist u.a. Tamedia Digital. 

persoenlich.com wollte von Stefan Steiner, Projektleiter Digital Development bei Tamedia, und vom HackZurich-Verantwortlichen Rasmus Rothe wissen, wie viel Energy Drinks in den 40 Stunden konsumiert werden und was das Ziel der Veranstaltung ist. 

Herr Rothe, der HackZurich ist nicht öffentlich. Deshalb: Wie muss man sich die Atmosphäre da vorstellen? 350 kellerblasse Sheldon-Cooper-Doubles, die klingonisch miteinander sprechen und Red Bull trinken?
Rothe: Die Atmosphäre ist schwer in Worte zu fassen. 350 Studenten und Young Professionals versuchen in 40 Stunden in zirka 100 Teams innovative Apps und Webapplikationen zu entwickeln. Da es bisher schon einiges an Verwirrung gab: Das Wort "Hackathon" ist eine Kombination aus Hacking und Marathon. Da es nicht möglich ist, in 40 Stunden eine saubere Software zu programmieren, braucht es viel Improvisation und Workarounds, auch "Hacks" genannt, und natürlich möglichst wenig Schlaf - deswegen auch die vielen Energy Drinks.

Was ist das Ziel dieses Programmier-Marathons?
Rothe: Um es zusammenzufassen: Wir wünschen uns, dass alle Teilnehmer ein spassiges Wochenende erleben, rundum versorgt sind, sich untereinander austauschen und tolle Projekte entwickeln, die zum Teil vielleicht sogar erfolgreich kommerzialisiert werden. Wir versuchen alles, damit sich die Teilnehmer wohl fühlen: Wir versorgen sie rund um die Uhr mit Energy Drinks, Snacks und warmen Mahlzeiten. Es gibt "Töggeli-Kästen", Tischtennis und Gamekonsolen.

Rasmus Rothe

Über 600 Personen haben sich für die Veranstaltung angemeldet, nur 350 dürfen teilnehmen. Wie wurde ausgewählt?
Rothe: Gerne hätten wir alle 600 IT-Fans zum Event akzeptiert. Leider haben wir zumindest in diesem Jahr Kapazitätsgrenzen. Wie möchten den Event im nächsten Jahr ausbauen. In den USA, von wo das Konzept ursprünglich kommt, haben die grössten "Hackathons" über 1'000 Teilnehmer. Warum sollten wir das nicht auch in der Schweiz schaffen? Immerhin gibt es hier genug hoch qualifizierte IT-Experten. Bei der Auswahl der Teilnehmer haben wir auf einen guten Mix an technischen Fähigkeiten geachtet. Ausserdem sollten Zürich, die Schweiz und auch das Ausland repräsentativ vertreten sein.

Herr Steiner, Tamedia Digital ist Presenting Partner am HackZurich. Was erhoffen Sie sich konkret von der Veranstaltung?
Steiner: Tamedia hat letztes Jahr mit dem Open Development Project einen eigenen Hackathon durchgeführt. Dieses Jahr wollten wir den Event in einem grösseren Rahmen durchführen und haben das Gespräch mit dem ETH Entrepreneurs Club gesucht. Dabei hat sich gezeigt, dass sie ähnliche Ideen haben. Daher haben wir uns entschieden, anstatt zwei getrennte Veranstaltungen zu organisieren, beim HackZurich als Presenting Partner aufzutreten. Nach der Lancierung von tamediadigital.ch ist das eine weitere Massnahme, um Tamedia in der Gründer- und Entwicklerszene zu positionieren. Wir sprechen nicht nur von Employer Branding, sondern leben das aktiv und werden mit Programmiererinnen und Programmierern von unseren Beteiligungen am Event vor Ort sein, damit sich die Hacker mit ihnen fachlich austauschen können. 

Fragen: Seraina Etter, Hauptbild: Flickr/Launch Media