Aktie schiesst nach oben

Facebook - Netzwerk fasst Fuss bei Mobile-Werbung.

Für das dritte Quartal meldete Facebook einen Verlust in Millionenhöhe. Trotzdem reagierten die Anleger nach der Veröffentlichung der Zahlen euphorisch. Denn die Kommunikationsplattform fasst endlich Fuss bei der Werbung auf Mobilgeräten, was die Aktie in die Höhe schiessen lässt. Für Facebook bedeutete das Atempause, hat die Aktie doch seit dem Börsengang im Mai mehr als 40 Prozent an Wert verloren. Nachbörslich stieg das Papier nach Ankündigung der Quartalszahlen um 9,7 Prozent. Das lag auch daran, dass Facebook sich bisher damit schwertat, mit Werbung auf den kleineren Handybildschirmen Geld zu verdienen. Dort ist weniger Platz für Anzeigen, zudem könnten Nutzer sie eher als störend empfinden als auf einem regulären Bildschirm. Doch inzwischen greifen 60 Prozent der Nutzer über ihr Mobiltelefon auf das Netzwerk zu, Tendenz steigend.

"Ich will den Mythos zerstreuen, dass Facebook auf Mobilgeräten kein Geld verdienen kann", sagte Unternehmenschef Mark Zuckerberg in einer Telefonkonferenz mit Börsenexperten am Dienstagabend. Vor einem Jahr sei das möglicherweise zutreffend gewesen, aber damals habe Facebook sich noch nicht so angestrengt, fügte er hinzu. 14 Prozent der Werbeeinnahmen kommen inzwischen von Werbung, die auf Mobilgeräten angezeigt wird, wie das kalifornische Unternehmen mitteilte. Das entspricht bei Werbeeinnahmen von 1,09 Mrd. gut 152 Mio. Dollar. Es ist das erste Mal, dass Facebook seine mobilen Werbeeinnahmen gesondert angibt - wohl auch, um Analysten zu beweisen, dass das Unternehmen in diesem Bereich zulegt.

Doch das Unternehmen hat trotz steigender Umsätze wieder rote Zahlen geschrieben. Facebook verzeichnete von Juli bis September einen Verlust von 59 Millionen Dollar. Als Grund verwies es auf hohe Steuern und allgemein höhere Kosten. Im vergangenen Jahr, vor dem Börsengang, machte Facebook zu dieser Zeit noch 227 Millionen Gewinn. Dabei wuchs der Umsatz im Jahresvergleich um knapp ein Drittel auf 1,26 Milliarden Dollar. Damit lag Facebook etwas über den Erwartungen von Experten. Die Werbeeinnahmen stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 36 Prozent an. Sie machen mit 86 Prozent den Grossteil von Facebooks Einnahmen aus. Zusätzlich zahlen Spielehersteller wie Zynga Facebook einen Abschlag, wenn sie Nutzern virtuelle Spielgegenstände verkaufen.

Das Netzwerk wächst jedoch deutlich langsamer als im vergangenen Jahr. Damals hatte sich der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr noch mehr als verdoppelt. Auch die Einnahmen pro Nutzer stagnieren bei 1,29 Dollar weltweit. Das liegt vor allem an schrumpfenden Einnahmen von europäischen Nutzern. In Asien legten die Werte leicht zu, im Facebooks Heimatmarkt USA steigen sie ebenfalls. Dort spült ein Nutzer 3,40 Dollar pro Jahr in Facebooks Kasse. In Europa sind es dagegen nur 1,37 Dollar. Das Netzwerk hat weltweit 1,1 Milliarden Nutzer. (sda)

Die Zahlen sind ein Lichtblick für Facebook: Nach dem Börsengang im Mai war die Aktie von 38 Dollar auf bis zu 17,55 Dollar abgestürzt, weil die Sorge Überhand nahm, dass Facebook im mobilen Geschäft kein Geld verdient. Der Smartphone- Bildschirm bietet weniger Platz für Werbung als ein Computermonitor. Doch Facebook steuerte mit neuen Werbeformen gegen. Die aufgezeigte Entwicklung liess die Anleger hoffen. Nachbörslich kostete das Papier mehr als 21 Dollar. (sda)