Alternativen im Aufwind

Megaupload - Konkurrenz-Angebote profitieren von Schliessung.

Der mittlerweile abgedrehte Filesharing-Service Megaupload, der nach eigenen Angaben etwa 50 Millionen Nutzer hatte, hinterlässt eine grosse Lücke in der Branche. Laut ersten Zahlen aus den USA haben allein vier Unternehmen, die vergleichbare Angebote liefern, einige Hunderttausend zusätzliche Nutzer gewonnen, nachdem Megaupload von den Behörden abgeschaltet worden war. Welche Zuwächse die unzähligen anderen Alternativen verzeichnet haben, ist nicht eindeutig zu ermitteln. Es ist davon auszugehen, dass die Zahl der Neukunden für die Megaupload-Alternativen insgesamt in die Millionen geht. Die Hoffnung der Content-Industrie, dass ein Grossteil der Nutzer, die illegale Dateien getauscht haben, auf legale Dienste umsteigt, scheint sich wie schon in früheren Fällen nicht zu erfüllen.

Ehemalige Kunden von Megaupload müssen jetzt um ihre Daten bangen. Zwei Firmen, die für Megaupload Daten gespeichert haben, werden möglicherweise schon am Donnerstag mit der Löschung von Dateien beginnen, da Megaupload nach dem Einzug seiner Finanzmittel keine Rechnungen mehr zahlen kann. Zwischen legalen und illegalen Inhalten wird bei der Säuberung nicht unterschieden. Auch unbescholtene Nutzer könnten ihre Daten verlieren. Deshalb versuchen die Anwälte von Megaupload derzeit, die Anordnung anzufechten. Aus den von Behörden sichergestellten Daten können für ehemalige Megaupload-Nutzer trotzdem Probleme erwachsen, weil die US-Behörden die entsprechenden Dateien schon längst kopiert haben. (pte)