Big Brother liest mit

E-Books - Adobes Rechtekontrollsystem (DRM) ist in Verruf geraten.

Wer Bücher digital liest, gibt dabei meist auch Privates preis. Viele Lese-Apps, wie beispielsweise auch Apples iBooks, kommunizieren fleissig mit Servern im Internet. Bestenfalls wird so nur festgehalten, auf welcher Seite man mit dem Lesen aufgehört hat, damit man auf einem anderen Geräte an derselben Stelle weiterlesen kann. Ob dabei aber zusätzliche Informationen gespeichert werden, wissen nur die Dienstanbieter.

In Verruf geraten ist vor allem das Rechtekontrollsystem (DRM) von Adobe. Dieses wird von vielen Anbietern und auch Bibliotheken für den Kopierschutz bei Büchern im PDF- und Epub-Format verwendet. Adobe musste eingestehen, dass beim Lesen nicht nur die ID des Lesenden übermittelt wird, sondern auch dessen IP-Adresse sowie die tatsächliche Lesezeit und der Lesefortschritt.

Wer Angst hat, beim Lesen beschnüffelt zu werden, kann sich bei kopiergeschützten Büchern kaum wehren. Kauft man Bücher ohne Kopierschutz und transferiert sie mit Programmen wie Calibre auf den Reader, umgeht man viele Risiken. Allerdings sollte man dann am E-Book-Reader auch die WLAN-Verbindung deaktivieren. (sda)