Blossgestellt im weltweiten Netz

Cybermobbing - Laut Studie sind 20 Prozent der Schulkinder manchmal von Cybermobbing betroffen.

Der Nationalrat hat diese Woche eine Motion zum Thema Cybermobbing überwiesen. Cybermobbing – die Belästigung anderer Menschen im Internet und über Handys – ist unter Jugendlichen ein grosses Thema. Laut Hermann Blöchlinger, Direktor des Schulpsychologischen Dienstes des Kantons St. Gallen, befasst sich die Kriseninterventionsgruppe zwei- bis dreimal monatlich mit Fällen, bei denen Cybermobbing eine Rolle spielt. Nicht selten erfahren die Fachleute während ihrer Arbeit mit Schulklassen, dass das aktuelle Mobbingopfer nicht das erste sei. Die früheren Opfer seien in andere Klassen platziert worden, teilweise geben die Eltern sie in Privatschulen oder ziehen sogar um. "Wichtig ist, dass die Dynamik gestoppt wird, sonst folgt ein Opfer auf das nächste", sagt Blöchlinger auf Anfrage der "Ostschweiz am Sonntag".

In den letzten Wochen hat zudem eine Forschergruppe der Universität Zürich eine Studie zum Thema Cybermobbing abgeschlossen. Befragt wurden knapp tausend Schulkinder in drei Kantonen, darunter im Thurgau. "Sieben Prozent der Befragten sind oder waren massiv von Mobbing betroffen, zwei Prozent auch von Cybermobbing", sagt Forscherin Sabrina Ruggieri. Die Frage, ob sie "manchmal" von Mobbing betroffen seien, beantworteten 53 Prozent mit "Ja", bei Cybermobbing waren es 20 Prozent. "Mit so hohen Zahlen haben wir nicht gerechnet", sagt Ruggieri. (Ostschweiz am Sonntag)