Breite Nutzung und Routine, wenig Innovation

Social Media Schweiz - Die sozialen Medien sind in der Organisationskommunikation angekommen. Bei neuen Technologien wie Chatbots und beim Einsatz von Kanälen wie TikTok oder Twitch sind Unternehmen jedoch zurückhaltend.

Social Media haben sich als zentrales Kommunikationsinstrument von Unternehmen und Organisationen etabliert. Dennoch verfügt noch immer ein Drittel der Befragten über keine Social-Media-Strategie. Die beliebteste Plattform ist Facebook, gefolgt von LinkedIn sowie Instagram und YouTube. Der hohen Betriebsamkeit auf den Kanälen zum Trotz – die Befragten sind vom Aufwand-Ertrags-Verhältnis nicht restlos überzeugt: Nur gerade 18 Prozent gewichten den Nutzen von Social Media höher als den Aufwand. Dies zeigt die neue Social-Media-Studie von Bernet Relations und dem Institut für Angewandte Medienwissenschaft IAM der ZHAW.

Irène Messerli, Autorin und Co-Inhaberin Bernet Relations, sagt laut einer Mitteilung: «Der Fokus beim Engagement liegt bei Produktion und Publikation von Content auf den Top-Kanälen. Kontaktaufbau und Dialogpflege folgen hingegen mit deutlichem Abstand. Bedenkt man eine Ökonomie der Aufmerksamkeit – immer mehr Inhalte von immer mehr Unternehmen –, könnte es zunehmend schwieriger werden, das gewünschte Publikum zu erreichen.»

Gefestigtes Bewusstsein rund um Budgets und Paid-Formate

Das Bewusstsein rund um den Einsatz von Geld (Budgets) und Personal (Zuständigkeit, Prozesse) hat sich etwas gefestigt. 73 Prozent aller antwortenden Organisationen verfügen über ein Social-Media-Budget (2020: 78 Prozent). 22 Prozent verfügen noch immer über keines. Hier ist allerdings zu beachten, dass in diesem Jahr verstärkt auch kleinere Unternehmen und Organisationen Aufnahme in den Kreis der Befragten fanden.

Eine Mehrheit der Befragten hat bereits Reichweite für organische Posts (Boosted Posts) eingekauft, dies zu 49 Prozent bei Facebook, gefolgt von Instagram (34 Prozent), LinkedIn (27 Prozent) und Google (14 Prozent).

Corona: Einfluss auf Nutzung

Bei neuen Organisationsformen setzt man auf Bewährtes. Bei 85 Prozent sind Social Media bei Kommunikation/Marketing angesiedelt. Sieben Prozent haben eine eigene Abteilung und nur in drei Prozent der Organisationen sind sie in einem Newsroom organisiert. Beeinflusst durch die Pandemie hat sich die Nutzung der Social Media in der externen Kommunikation für 42 Prozent der Befragten verstärkt, in der internen Kommunikation um 36 Prozent. Eine leichte Mehrheit stellt jedoch keine Veränderung fest (58 Prozent bei der externen, 50 Prozent bei der internen Kommunikation).

Wenig Innovation: Chatbots, Tools, Newsroom

Obwohl sich viele der Befragten durchaus für neue Kanäle wie TikTok interessieren, scheint man für Experimente wenig offen zu sein. Immerhin 14 Prozent haben Erfahrungen mit automatisiertem Dialog via Chatbot (acht Prozent Pilotversuche, sechs Prozent institutionalisiert) gesammelt. Etwas weiter ist man beim Einsatz von Automatisation bei der Content-Planung oder -Erstellung. Hier haben 40 Prozent schon Erfahrung: bei 26 Prozent ist der Einsatz bereits institutionalisiert, 14 Prozent haben Pilotversuche unternommen. (pd/mj)