Wie die Bundesanwaltschaft auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA am Freitagabend mitteilte, seien «die diesbezüglichen Ermittlungen am Laufen». Die Tamedia-Zeitungen hatten zuerst darüber berichtet.
Am Mittwochnachmittag hatten die Parlamentsdienste einen Cyberangriff bekanntgegeben. Interne Systeme und Daten seien nicht betroffen. Die Webseite der eidgenössischen Räte parlament.ch war seit dem Mittwoch zeitweise nicht aufrufbar. Gemäss den Parlamentsdiensten handelt es sich um einen Denial-of-Service-Angriff, schreibt der Tages-Anzeiger.
«Opfer eines böswillligen Angriffs»
Die Webseite sei Opfer eines böswilligen Angriffs geworden, sagten Ständeratspräsidentin Brigitte Häberli-Koller (Mitte/TG) und Nationalratspräsident Martin Candinas (Mitte/GR) vor den beiden Räten am Donnerstagmorgen.
Interne Systeme und Daten seien nicht betroffen, die Seite sei nicht gehackt worden, hiess es am Freitagabend auf Anfrage. «Die Spezialisten haben geeignete Abwehrmassnahmen getroffen, kurzzeitige Ausfälle oder verlangsamte Antwortzeiten sind jedoch weiterhin nicht ausgeschlossen», sagte eine Mediensprecherin der Parlamentsdienste. Über Einzelheiten zum Angriff oder den ergriffenen Abwehrmassnahmen gebe man aus Sicherheitsgründen derweil keine Auskunft.
Angriffe häufen sich
Nur wenige Tage zuvor hatten Hacker Daten vom Bundesamt für Polizei (Fedpol) und vom Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG) gestohlen und im Darknet veröffentlicht. Auch Daten von Kantonspolizeien sind betroffen.
Der Angriff habe keinen Zusammenhang mit demjenigen auf die Parlamentswebsite, sagte eine Sprecherin des nationalen Zentrums für Cybersicherheit (NCSC) auf Anfrage.
In den vergangenen Jahren häuften sich Cyberangriffe auf Unternehmen, Verwaltungen oder auch Medien. Nacheinander wurden das Erziehungsdepartement in Basel-Stadt, die Gemeindeverwaltung in Rolle (VD), die Universität Neuenburg und die Grossmolkerei Cremo im Kanton Freiburg Ziel von Hackern, die die gestohlenen Daten dann im Darknet veröffentlichen. Erst kürzlich betroffen waren die grossen Medienhäuser CH Media und NZZ. (sda/nil)