Ein Drittel der Lösch-Anträge unhaltbar

Google - Missbrauch und automatisierte Mechanismen.

Der Digital Millennium Copyright Act (DMCA) ermöglicht es Rechteinhabern in den USA die Verbreitung geschützter Inhalte zu unterbinden, indem sie eine Löschung bei den Betreibern von Verteiler-Plattformen beantragen können. Aus den Daten von Google, das als eines von wenigen Unternehmen entsprechende Zahlen veröffentlicht, geht hervor, dass viele Rechteinhaber den DMCA als breites Zensurwerkzeug missbrauchen. 37 Prozent der Anträge auf Löschung von Inhalten sind laut Google nicht gerechtfertigt, wie torrentfreak.com berichtet.

Es ist schon öfter vorgekommen, dass Firmen die Löschung von Inhalten beantragt haben, deren Rechte sie überhaupt nicht besessen haben. Bei YouTube wurden vor kurzem Rechte an einem Video angemeldet, weil Vogelgezwitscher im Hintergrund irrtümlich für urheberrechtlich geschützte Musik gehalten wurde. Neben solchen Fehlern, die durch das Schiessen auf Spatzen mit Schrot entstehen, gibt es auch Fälle, in denen der Verdacht auf willkürlichen Missbrauch im Raum steht.

Laut Google betreffen 57 Prozent der Löschanträge Inhalte, die von Konkurrenten ins Netz gestellt wurden. Auch im Fall eines Videos, das Megavideo zum Bewerben seiner Plattform ins Netz gestellt hatte, wurde der DMCA als wirtschaftliche Waffe missbraucht. Universal Music hat die Löschung beantragt, ohne die Rechte zu besitzen. Megavideo war der gesamten Musik- und Filmbranche schon längere Zeit ein Dorn im Auge. Durch fehlende Ressourcen zur Kontrolle der tausenden Anträge auf Löschung, die jeden Tag versandt werden, werden dem Missbrauch Tür und Tor geöffnet. Die meisten Plattformen veröffentlichen keine Informationen bezüglich der Anfragen. (pte)