Falschmeldung wie Lauffeuer verbreitet

Twitter - Gouverneurin von South Carolina wurde Twitter-Opfer.

Twitter hat sich zu einem wichtigen Werkzeug für Journalisten entwickelt. Jeder Journalist, der etwas auf sich hält, verfolgt die Nachrichtenlage in Echtzeit über das soziale Netzwerk. Die unglaubliche Geschwindigkeit birgt in Zusammenhang mit geringen Ressourcen die Gefahr, dass Meldungen ungeprüft übernommen werden. In den USA verbreitete sich kürzlich eine Falschmeldung über die Twitter-Accounts von teilweise prominenten Journalisten, wie die New York Times berichtet. Der republikanischen Gouverneurin von South Carolina, Nikki R. Haley, wurde darin Steuerhinterziehung unterstellt.

Die Falschmeldung hat ihren Ursprung auf der Internetseite eines tendenziell demokratischen Bloggers. Der Artikel berief sich auf zwei ungenannte Experten, die eine baldige Verurteilung von Haley prophezeiten. Innerhalb weniger Stunden verbreitete sich die Nachricht wie ein Lauffeuer. Journalisten mit riesigen Anhängerzahlen hatten grossen Anteil an der Geschwindigkeit der Verteilung. Unter anderem retweeteten auch Journalisten der Washington Post, der Huffington Post, der New York Times und von CBS die Nachricht ohne die Fakten zu prüfen.

Im Falle von Twitter führen Journalisten oft an, dass es sich um eine Konversation handle und nicht um Nachrichten. Das entschuldigt die Verbreitung falscher Informationen jedoch nicht. Im Falle von Haley brauchte die Presseabteilung der Politikerin einige Tage, um den schriftlichen Beweis der Unschuld zu erbringen. Die meisten Journalisten haben diese Tatsache bei Twitter verbreitet und einige haben sich sogar entschuldigt. Den entstandenen Image-Schaden repariert das nicht. Wenn Journalisten Twitter-Nachrichten nicht prüfen, laufen sie deshalb Gefahr, sich politisch instrumentalisieren zu lassen. (pte)