Gewerkschaft Verdi macht weiter Druck

Amazon - Hunderte Beschäftigte streikten an fünf Standorten.

Kurz vor dem Start des wichtigen Weihnachtsgeschäfts hat die Gewerkschaft Verdi zu einer erneuten Streikwelle bei Amazon aufgerufen. Nach Angaben der Gewerkschaft legten am Montag mehrere hundert Beschäftigte an fünf Standorten des Versandhändlers die Arbeit nieder.

Am grössten deutschen Amazon-Versandstandort in Bad Hersfeld beispielsweise, wo bis Mittwoch zum Ende der Spätschicht gestreikt werden soll, beteiligten sich Hunderte Mitarbeiter am Arbeitsausstand.

"Der Streik ist gut angelaufen. Wir rechnen am Montag mit 400 bis 600 Streikenden", sagte die dortige Verdi-Gewerkschaftssekretärin. Mit der 2014 gezahlten "freiwilligen" Lohnerhöhung von Amazon von 2,2 Prozent wollten sich die Beschäftigten nicht zufrieden geben.

Mit Arbeitskampfmassnahmen gedroht
Verdi hatte zuvor bereits mehrere Amazon-Standorte bestreikt und mit Arbeitskampfmassnahmen im wichtigen Weihnachtsgeschäft gedroht. Amazon betonte, die Ausstände hätten keine Auswirkungen auf die "Einhaltung des Lieferversprechens" an die Kunden. Die grosse Mehrheit der Beschäftigten habe regulär gearbeitet.

Die Gewerkschaft versucht seit mehr als einem Jahr, den Online Versandhändler mit Streiks zu Tarifverhandlungen zu den Bedingungen des Einzelhandels zu bewegen. Amazon lehnt das jedoch ab und sieht sich selbst als Logistiker. Das Unternehmen beschäftigt an bundesweit neun Standorten mehr als 9000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. (sda)