Grosse Werbekunden wenden sich ab

Datenskandal um Facebook - Immer mehr Konzerne kappen ihre Verbindung zum sozialen Netzwerk – zumindest vorübergehend.

Immer mehr Werbekunden stellen ihre Facebook-Werbung ein. Der Datenskandal hat die Situation verschärft. So machen zum Beispiel die Commerzbank, der Lautsprecher-Hersteller Sonos oder die Internetbrowser-Firma Mozilla keine Werbung mehr auf dem sozialen Netzwerk, wie es im «Tages-Anzeiger» heisst.

Von Werbeagenturen heisst es, dass die Firmen stärkeren Druck auf Facebook ausüben wollen. Das Netzwerk soll transparenter werden und die Daten besser schützen, lautet die Forderung. «Ich denke, dass die Klienten jetzt zurecht an einem Punkt sind, an dem sie finden, dass es genug ist», sagte David Kershaw, Chef von M&C Saatchi, gegenüber BBC.

Wenn sich Werbekunden von Facebook abwenden, hat das Unternehmen ein Problem. Werbung macht laut Tagi 98 Prozent der Umsätze aus. Ob das Abmelden im grossen Stil passiere, sei allerdings fraglich. Für Firmen wäre es schlicht kompliziert und teuer, ihre Produkte ohne Facebook und Google bekannt zu machen.

Dem Schweizer Werbe-Auftraggeberverband (SWA) sind keine Schweizer Firmen bekannt, die hier unmittelbar reagierten. «Als Verband machen wir dazu auch keine Empfehlung. Wir sind aber ständig mit allen Anbietern in Kontakt und erwarten, dass die Kundendaten geschützt werden», sagt SWA-Direktor Roland Ehler auf Anfrage. «Was in diesem Fall leider schief ging.» (cbe)