30.11.2011

Studie

Internet-Nutzer sorgen sich um ihre Daten

Sie sind ausserdem politisch aktiver.

Das Internet wird von drei Vierteln der Schweizer Bevölkerung im Alter von über 14 Jahren genutzt. Es wird als Informationsquelle wichtiger eingeschätzt als zur Unterhaltung, wie aus einer am Mittwoch veröffentlichten Studie der Universität Zürich hervorgeht. Die Internet-Nutzer halten Online-Inhalte mehrheitlich für glaubwürdig. Sie sorgen sich aber beim Zahlen mit Kreditkarten, bei politischen Meinungsäusserungen und um den Missbrauch persönlicher Daten. Der Durchschnittsnutzer verwendet das Internet eindreiviertel Stunden pro Tag. Hoch ist allerdings der Anteil jener, die wöchentlich fünf Stunden oder weniger im Internet verweilen. Bei Frauen und der "Generation 60+" ist es über die Hälfte.

Fast alle Nutzer surfen zu Hause. 56 Prozent der Erwerbstätigen nutzen das Internet bei der Arbeit. 20 Prozent der Schweizer Bevölkerung ist auch unterwegs online, vor allem mit Smartphones. 92 Prozent der Internet-Nutzer verwenden Suchmaschinen, 75 Prozent suchen Nachrichten, 73 Prozent fragen Online-Lexika ab und 68 Prozent recherchieren Gesundheitsinformationen. Es folgt die Nutzung zur "digitalen Rekreation": Videoportale (66 Prozent), Musik hören (54 Prozent), zeitversetzt fernsehen (37 Prozent), live fernsehen (35 Prozent) und online spielen (33 Prozent).

Grosse Bedeutung hat das Internet auch für Produktinformationen: 74 Prozent der Surfer informieren sich zu Reisen, 65 Prozent vergleichen Preise und 63 Prozent kaufen und bezahlen online. Fast alle Internet-User verschicken und empfangen E-Mails. 54 Prozent sind in sozialen Netzwerken, 31 Prozent telefonieren im Internet und 10 Prozent bewegen sich in Kontaktbörsen.

Besorgt über Kreditkartenverwendung im Internet

Bezüglich Verwendung von Kredit- oder Bankkarten im Internet sind oder wären 39 Prozent der Befragten "sehr oder extrem besorgt". Weitere 33 Prozent wären "etwas besorgt", nur 12 Prozent sind es gar nicht. Das Gefühl, ihre persönlichen Daten würden missbräuchlich verwendet oder weitergegeben, haben 29 Prozent der Internet-Nutzer. Weitaus grösser ist die Befürchtung einer Kontrolle des Internetverhaltens durch Unternehmen (43 Prozent) als durch die Regierung (28 Prozent). In der älteren Generation ist der Anteil der Besorgten doppelt so gross wie in der jüngeren.

Internet-Nutzer politisch aktiver

Internet-Nutzer sind gemäss der Studie generell politisch aktiver als Nicht- Nutzer. Der Internet wird allerdings mehr für die Informationssuche gebraucht als für politische Diskussionen. Politische Themen werden von zwei Drittel der Onliner ausschliesslich offline diskutiert. 41 Prozent sprechen sich gegen die Äusserung extremer Meinungen im Netz aus, 31 Prozent finden es in Ordnung, wenn im Internet auch extreme Meinungen geäussert werden. In 30 Ländern wird die Verbreitung und Nutzung des Internets mit der vergleichenden Langzeitstudie "World Internet Projekt" (WIP) untersucht. Das Schweizer WIP-Projekt ist vom Institut für Publizistikwissenschaft und Medienforschung der Universität Zürich durchgeführt worden. Eine repräsentative telefonische Befragung von 1104 Personen durch "gfs Zürich" im Mai und Juni 2011 war die Grundlage dazu. (sda)


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