Für die Studie wurden über 1000 Jugendliche aus allen drei Sprachregionen befragt, schreibt die ZHAW in einer Mitteilung. 57 Prozent gaben Unterhaltung als Hauptmotiv an, 46 Prozent die Informationssuche. Nur vier Prozent nutzen die Plattformen primär zur Selbstdarstellung.
91 Prozent der befragten Jugendlichen nutzen soziale Netzwerke täglich oder mehrmals pro Woche. Instagram und TikTok sind dabei die beliebtesten Plattformen und werden hauptsächlich zur Unterhaltung und zum Zeitvertreib verwendet.
Für die Informationssuche spielen BeReal, Instagram, Pinterest und X/Twitter eine wichtige Rolle. BeReal sticht als einzige Plattform hervor, die alle drei Motive gleichermassen bedient, wird aber nur von rund einem Drittel der Jugendlichen regelmässig genutzt.
Die Studie zeigt deutliche Geschlechter- und regionale Unterschiede: Mädchen nutzen soziale Netzwerke signifikant häufiger zur Unterhaltung als Jungen (63 versus 50 Prozent). Jugendliche in der Romandie verwenden die Plattformen sowohl häufiger zur Unterhaltung (66 Prozent) als auch zur Informationssuche (62 Prozent) als ihre Altersgenossen in der Deutschschweiz (53 beziehungsweise 38 Prozent) oder im Tessin (52 beziehungsweise 53 Prozent).
Zusammenhang mit Cybermobbing
Erstmals untersuchte die Studie auch den Zusammenhang zwischen Nutzungsmotiven und Cybermobbing. Dabei zeigte sich: Jugendliche, die soziale Netzwerke primär zur Unterhaltung oder Selbstdarstellung nutzen, sind häufiger sowohl von Cybermobbing betroffen als auch selbst aktive Mobbende. Dies könnte daran liegen, dass diese Jugendlichen mehr Zeit online verbringen oder durch Selbstdarstellung eine grössere Angriffsfläche bieten.
Die Ergebnisse widersprechen der gängigen Annahme, dass Jugendliche soziale Medien hauptsächlich zur Selbstpräsentation nutzen. Die Forscherinnen vermuten, dass Präventionsmassnahmen bereits eine bewusstere Nutzung bewirken. Experten empfehlen Eltern und Schulen, echtes Interesse an den digitalen Aktivitäten der Jugendlichen zu zeigen und ohne Vorurteile mit ihnen im Austausch zu bleiben. (pd/spo)