Kassiert mit betrügerischen Programmen ab

Apple - Faule Äpfel in der App-Store-Auslage.

Mit dem App Store verdient Apple Milliarden. Kürzlich wurde das 25-milliardste Mini-Programm über die Plattform heruntergeladen. Einige Applikationen halten allerdings nicht, was sie versprechen. Andere Angebote sind sogar nachweislich illegal, wie das NDR-Medienmagazin Zapp berichtet. Selbst nach Beschwerden durch User reagiert Apple oft nicht und streicht weiterhin 30 Prozent jeder Download-Zahlung ein. Lediglich durch medialen Druck lässt sich der Apfel-Konzern ab und an zum Einlenken bewegen.

Unter den über 500.000 Apps in Apples Angebot gibt es offenbar einige faule Äpfel. Das Programm "TV Deutsch Deluxe" etwa hat es bis auf den dritten Platz der Anwendungs-Hitliste geschafft. Die Anwendung soll den Empfang deutscher TV-Sender ermöglichen. Dass das illegal ist, wird nicht erwähnt. Ausserdem funktioniert der Empfang vieler Sender noch nicht einmal. Durch das Versprechen, das Senderangebot zu erhöhen, bringt die App zudem User dazu, 5-Sterne-Bewertungen für das Programm abzugeben. Nur so konnte TV-Deluxe sich im Ranking nach oben schummeln.

Auch eine Anwendung, die über illegale Piraten-Angebote Fussballspiele überträgt, hat es schon in die Top-5 der Apple-Charts geschafft. Andere kostenpflichtige Apps versprechen Leistungen, die sie nicht erbringen. Der Musik-Downloader einer russischen Firma etwa, der lediglich Google-Ergebnisse anzeigt. Die Nutzungsbedingungen des App-Stores geben ganz klar vor, dass betrügerische Programme und Apps, die Angebote versprechen, die sie nicht halten können, verboten sind. Selbst wütende Kommentare im App-Store können Apple oft wochenlang nicht vom Handlungsbedarf überzeugen.

Einige zweifelhafte Angebote sind erst auf Nachfrage von Medien aus dem Apple-Sortiment geflogen. Selbst eine besonders dreiste Betrüger-App, die Geld von den iTunes-Konten der Nutzer stahl, ist wochenlang nicht aus dem Angebot genommen worden und hat sogar die Spitze der Charts erreicht, wie der Spiegel berichtete.

Dass eine schnelle Reaktion möglich wäre, zeigt Apple regelmässig, wenn es darum geht, Nacktheit oder satirische Inhalte vom App Store fernzuhalten. Selbst vor der Zensur von Medieninhalten schreckt der Konzern nicht zurück, wie auch der "Stern" schon erfahren musste. Die Berichterstattung in den Medien über den Technologie-Konzern ist trotzdem meistens positiv, weil die unschlagbaren Marketing- und PR-Abteilungen von Apple einen sehr guten Job machen. (pte)