Keine Kommunikation des Bundesamts unter diesen Links

Bakom - Das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) hat eine neue Website. Mit dem Relaunch änderte sich nicht nur das Aussehen, sondern auch die Link-Struktur: Die alten Verweise funktionieren nicht mehr – wie bei allen neuen Websites der Bundesverwaltung.

von Nick Lüthi

Es ist eine Informationsvernichtung grösseren Ausmasses. Der Bundesrat hatte 2022 entschieden, die Websites von Regierung und Verwaltung zentralisiert zu bewirtschaften. Dieser Entscheid hat einen grossflächigen «Link Rot» zur Folge. Das bedeutet: Der Relaunch macht die ursprünglichen Links unbrauchbar. Nutzer sehen statt des erwarteten Inhalts eine 404-Fehlermeldung.

Selber anpassen, empfiehlt das Amt

Das jüngste Beispiel solcher Link-Verrottung liefert ausgerechnet das Bundesamt für Kommunikation, das seinem Namen damit keine Ehre erweist. «Seit dem 30. Juli 2025 haben sich alle URLs unserer Website geändert», schreibt das Bakom. Wer Links zur Bakom-Website in seinen Bookmarks oder auf der eigenen Website hat, solle diese entsprechend anpassen, empfiehlt das Amt.

Die Umstellung auf das neue Content Management System (CMS) Livingdocs, das die gesamte Bundesverwaltung künftig einsetzen wird, führte dazu, dass «die alten Adressen nicht übernommen werden konnten», erklärt ein Bakom-Sprecher den Link-Verlust. Wer heute beispielsweise in einem älteren Onlineartikel einen Verweis auf eine Bakom-Quelle findet, klickt ins Leere und muss den neuen Pfad dann selbst suchen.

Keine Vorgaben, dass Links erhalten werden sollen

Eine systematische Umleitung der Links aus dem früheren CMS mittels eines sogenannten Redirects, wäre grundsätzlich möglich, kann sich aber aufwendig gestalten. Ausserdem gibt es keine Vorgaben der Bundesverwaltung, dass Links erhalten werden sollen, wie die Bundeskanzlei auf Anfrage mitteilt. Was auch heisst, dass die Ämter frei entscheiden können, wie sie mit den Links umgehen wollen.

Um Zugänglichkeit und Benutzerfreundlichkeit zu gewährleisten, wäre der zusätzliche Mitteleinsatz vertretbar gewesen. Andere grosse Organisationen wie private Medienhäuser haben bereits gezeigt, dass systematische Link-Umleitung nach einem Relaunch machbar ist. Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) hingegen hatte bei der Umstellung seiner Website nach der Namensänderung von DRS zu SRF auch Verweise vernichtet.

Für den WWW-Erfinder ein klarer Fall

Tim Berners-Lee, der Erfinder des World Wide Web, warnte schon 1998 vor dem sogenannten «Link Rot». «Coole URIs ändern sich nicht», schrieb er vor 27 Jahren. URI ist ein allgemeinerer Begriff als URL für Web-Links. Verantwortlich für tote Links seien nicht technische Zwänge, sondern menschliche Entscheidungen: «URIs ändern sich nicht – Menschen ändern sie.» Dabei gäbe es «theoretisch überhaupt keinen Grund, URIs zu ändern». In der Praxis existieren jedoch «Millionen Gründe» dafür. Für Berners-Lee ist klar: Wer Informationen langfristig zugänglich halten will, muss seine Web-Adressen stabil halten.