Die Zahl der Verurteilungen wegen Verleumdung, Ehrverletzung und Beschimpfung in der Schweiz ist in zehn Jahren von 1100 auf 2710 gestiegen. Das entspricht einer Zunahme um über 150 Prozent, wie die "NZZ am Sonntag" schreibt. Ein Grund für den Anstieg ist die Zunahme der entsprechenden Delikte im Internet.
"Wir haben zunehmend mit Ehrverletzungsdelikten zu tun, die übers Internet laufen", sagt dazu die St. Galler Staatsanwältin Nathalie Häusler. Und der Zürcher Medienanwalt Adrian Bachmann ergänzt: "Die Zahl der Rechtsverletzungen im Netz ist in den letzten paar Jahren exponentiell gestiegen." Vor allem Unternehmen reagieren mit zunehmend schärferen Massnahmen auf verunglimpfende Angriffe im Netz.
Viele Firmen überwachen das Internet mittlerweile systematisch und schalten bei Diffamierungen Medienanwälte ein, wie die "NZZ am Sonntag" weiter schreibt. "Wir erhalten immer wieder Aufträge von Unternehmen zum Internet-Putzen", sagt einer der Anwälte, die vor allem mit Zivilklagen und Strafanzeigen gegen die Urheber der Verunglimpfungen vorgehen. (NZZaS)