Marktanteil steigt auf über 90 Prozent

Facebook - Die Zahl der Artikelempfehlungen hat sich mehr als verdoppelt.

Forscher der TU Darmstadt und der TU Dresden untersuchen in einer Langzeitstudie die Nachrichtenverbreitung in Social Media. Nun teilten die Wissenschaftler mit, dass sich die Zahl der Nachrichten-Empfehlungen gegenüber 2013 mehr als verdoppelt hat. Rund 83 Millionen Mal (2013: knapp 40 Millionen Mal) reichten Nutzer Artikel weiter.

"Wie schon im Vorjahr haben wir für die zehn beliebtesten Internet-Medien eine Zunahme in der absoluten Zahl der Empfehlungen beobachtet", sagt Benjamin Schiller, Mitarbeiter an der Professur Datenschutz und Datensicherheit der TU Dresden gegenüber dem Deutschen Mediendienst "Kress“.

"Wir erwarten, dass Google+ Twitter angreift"

Für die Studie berücksichtigten die Forscher im Jahr 2014 Artikel aus den beliebtesten 15 Internet-Seiten, etwa 2,5 Prozent mehr als im Vorjahr. "Twitter hat bei der Nachrichtenweitergabe an Boden verloren, während Facebook seinen Marktanteil ausbauen konnte", so Professor Thorsten Strufe von der Fakultät Informatik der TU Dresden zu "Kress“. Rund 91 Prozent der empfohlenen Nachrichten wurden über Facebook weitergereicht (2013: 84,8 Prozent), nur noch 6,9 Prozent über Twitter (2013: 12,4 Prozent) und beinahe konstante 2,6 Prozent über Google+ (2013: 2,8 Prozent).

Je nach Thema haben die Nutzer nicht nur ihre Lieblingsquellen für Nachrichten, die sie teilen, sondern auch starke Vorlieben für die gewählte Social-Media-Plattform, über die sie dies tun. Google+ wird mehr und mehr die Plattform der Wahl bei technikaffinen Nutzerinnen und Nutzern, stellten die Forscher in ihrer Studie fest. Twitter verliert hier weiter an Boden: "Wir erwarten, dass Google+ Twitter mit seiner Funktionalität und Zielgruppe angreift", sagt Oliver Hinz, Fachgebietsleiter im Bereich Electronic Markets an der TU Darmstadt.

Unter den am meisten über Facebook geteilten Berichten fanden sich vergleichsweise viele über Gewalttaten und Verbrechen; politische Themen liefen verstärkt über den Kurznachrichtendienst Twitter. (Kress Mediendienst)