Zwischen den Telekom-Firmen UPC Cablecom und Sunrise läuft ein erbitterter Streit um die Fernsehanschlüsse. Vorwurf von Sunrise: Viele Mieter, die Kunde bei der Cablecom sind, sähen nicht die vollen Kosten ihres Anschlusses, weil die Grundgebühr vom Vermieter bezahlt und über die Miete abgerechnet werde.
Nun erhält die Debatte offenbar eine neue Dimension. Was viele Kunden nicht wissen: Die Cablecom zahlt einen Teil der Anschlussgebühren an die Hausbesitzer zurück. Berechnungen der "Schweiz am Sonntag" zu folge, handelt es sich dabei um einen zweistelligen Millionenbetrag. Die Zeitung beruft sich auf Unterlagen des Preisüberwachers.
In den so genannten Pauschalkundenvereinbarungen (PKV) sei festgehalten, dass der Vermieter 3 Prozent der Abonnementgebühren erhalten, schreibt der Preisüberwacher. Bei einem Teil der Vermieter gebe es zusätzliche Verträge mit "Treueprämien" für mehrjährige Laufzeiten von weiteren 0,5 bis 2 Prozent. Insgesamt kann ein Hausbesitzer auf eine Prämie von 5 Prozent kommen.
In der publizierten Version des Berichts wurden die Aussagen zensiert. Aus dem Bericht geht zudem hervor, dass 65 Prozent aller Cablecom-Kunden solchen Verträgen unterstehen. Bei rund 30 Franken Anschlussgebühr pro Monat resultieren gut zehn Millionen Franken pro Jahr, die von der Cablecom an die Hausbesitzer ausbezahlt werden. (SchwaS)