Der Computerzubehörhersteller Logitech hat seine Profitabilität im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2014/2015 weiter markant gesteigert: Bei stagnierendem Umsatz stieg der Betriebsgewinn im Jahresvergleich um mehr als das Doppelte auf 42 Mio. Dollar.
Fast im Gleichschritt dazu kletterte der Reingewinn von 14 auf 36 Mio. Dollar, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Erst im vergangenen Geschäftsjahr hatte der schweizerisch-amerikanische Konzern nach einer Restrukturierung zurück in die Gewinnzone gefunden.
Zu den Verbesserungen im zweiten Quartal trugen laut Logitech der veränderte Produktemix, Sparmassnahmen sowie Mengeneffekte bei. Im zweiten Quartal senkte Logitech die Betriebskosten im Vorjahresvergleich bereits das sechste Quartal in Folge.
Nun dürften die Kosteneinsparungen bald zu einem Ende kommen. Für die zweite Jahreshälfte will der Computerzubehör-Konzern wieder Geld in die Hand nehmen und investieren, um das Wachstum anzukurbeln.
Umsatzwachstum in Amerika
Im zweiten Quartal sank der Umsatz um 2 Mio. auf 530 Mio. Dollar. Das Einzelhandelsgeschäft (Retail), das fast 90 Prozent des Umsatzes beisteuert, verzeichnete jedoch ein Wachstum von 465 auf 473 Mio. Dollar.
Während sich die Verkäufe im Wirtschaftsraum Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA) sowie in der Region Asien Pazifik zwar leicht rückläufig entwickelten, legte der Umsatz in Amerika um 10 Prozent zu.
Bei den Produkten legten insbesondere diejenigen zu, von denen Logitech sich Wachstum verspricht: Der Umsatz der Wachstumskategorie legte um 27 Prozent auf 124 Mio. Dollar zu. Als Zugpferde fungierten dabei vor allem die mobilen Lautsprecher, deren Verkäufe sich das sechste Quartal in Folge mehr als verdoppelten.
Rückläufige Verkäufe von Tabletzubehör
Auch das Zubehör für PC-Spiele verkaufte sich dank einer neuen Spezialmaus gut. Den einzigen Verkaufsrückgang in der Wachstumskategorie verzeichneten Tastaturen und Hüllen für Tablets. Logitech begründete den Rückgang mit dem rückläufigen iPad-Absatz im Vorfeld der Lancierung des neusten iPads.
Um 2 Prozent rückläufig entwickelte sich dagegen das klassische Geschäft. Dieses enthält etwa PC-Mäuse und -Tastaturen, die mit 44 Prozent noch immer den grössten Umsatzanteil des Unternehmens ausmachen. Die Verkäufe dieser beiden Produkte gingen im zweiten Quartal um 1 Prozent zurück.
Abschluss noch ungeprüft wegen Buchhaltungsproblemen
Logitech-Chef Bracken Darrell zeigte sich in der Medienmitteilung zufrieden. Für das zweite Halbjahr verfüge Logitech über ein "robustes Produkteportfolio" und einer Pipeline mit neuen Produkten, entsprechend der Strategie, weniger und grössere Produkte zu lancieren.
Für das laufende Geschäftsjahr bestätigte Logitech das Umsatzziel von 2,16 Mrd. Dollar. Die Anleger zeigten sich zufrieden mit den veröffentlichten Zahlen: An der Schweizer Börse schoss der Aktienkurs von Logitech am Donnerstagmorgen bis zu 7,5 Prozent in die Höhe. Bis 11 Uhr lag er noch 5,4 Prozent über dem Schlusskurs des Vortages.
Der Abschluss für das zweite Quartal ist jedoch noch ungeprüft. Grund dafür sind Buchhaltungsprobleme bei Logitech, aufgrund derer der Konzern den Abschluss für das letzte Geschäftsjahr verspätet einreichen wird.
Logitech teilte am Donnerstag mit, die interne Untersuchung zu den Buchhaltungsproblemen abgeschlossen zu haben. An den Korrekturen für die bereits veröffentlichten Jahres- und Quartalsabschlüsse werde gearbeitet. Die Zahlen für das zweite Quartal könnten in der Folge noch angepasst werden. (sda)