Der Kurzmitteilungsdienst Twitter hat im zweiten Halbjahr 2014 aus keinem Land so viele Anfragen zur Löschung von Tweets oder Nutzerkonten erhalten wie aus der Türkei. Türkische Gerichte und Regierungsbehörden hätten in diesem Zeitraum 477 entsprechende Anträge gestellt, heisst es in dem von Twitter veröffentlichten Transparenzbericht. In der Hälfte der Fälle seien Inhalte blockiert worden. Russland mit 91 und Deutschland mit 43 Anträgen seien auf den Plätzen zwei und drei gelandet.
Aus der Türkei seien vor allem Beschwerden wegen angeblicher Verletzung von Persönlichkeitsrechten etwa wegen Beleidigung eingegangen. In der Türkei waren Twitter und Youtube im vergangenen Jahr gesperrt worden, nachdem über diese Kanäle Korruptionsvorwürfe gegen die islamisch-konservative Regierung lanciert worden waren. Das Verfassungsgericht hob die Sperre später wieder auf. Die Anfragen nach Nutzerdaten aus der Türkei stiegen nach Angaben von Twitter im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 150 Prozent. Eine absolute Zahl nannte Twitter nicht. Das Unternehmen teilte mit, es habe keine diesbezüglichen Informationen weitergegeben. (sda/dpa)