Um Internetdienste verwenden zu können, müssen die Benutzer zahlreiche persönliche Daten preisgeben. Forscher des IBM-Konzerns machen nun eine Technologie verfügbar, dank der man nur das Nötigste mitteilen muss.
Der durchschnittliche Internetnutzer verbringt laut der Internetanalytik-Firma comScore 25 Stunden pro Monat auf dem Internet, wo er Services wie Online-Banking, Einkaufen und soziale Netzwerke benützt. Fast überall muss er ein Profil anlegen, für das er viel mehr Daten preisgeben muss als eigentlich nötig wären.
Nur Ausgewähltes enthüllen
Der neue Algorithmus, Identity Mixer genannt, verschlüsselt die persönlichen Daten eines Anwenders wie Geburtsdatum, Nationalität, Adresse und Kreditkartennummer. Dies geschieht so, dass ihr Inhaber davon jeweils nur ausgewählte Teile enthüllen kann, wie IBM Research am Donnerstag in Rüschlikon mitteilte.
Ein Beispiel: Wer einen Film streamen möchte, der erst ab 12 Jahren zugelassen ist, musste bisher sein ganzes Geburtsdatum und den Wohnort angeben. Der Identity Mixer kann dem Streaming-Service mitteilen, dass die Person über 12 Jahre alt ist und dass sie in der richtigen Region wohnt, ohne Tag, Jahr oder Adresse bekannt zu geben.
Daten in Sicherheit
Dies stelle sicher, dass die persönlichen Daten in Sicherheit sind, auch wenn der Streaming-Service gehackt werde, schrieb IBM Research. Auch die Kreditkartennummer muss nicht angegeben werden, da Identity Mixer dem Service mitteilen kann, dass die Karte für Zahlungen bereit ist, die dann über einen sicheren Server abgewickelt werden.
Der neue Service kann etwa bei einem elektronischen Portemonnaie verwendet werden, das Daten aus vertrauenswürdigen Quellen enthält, zum Beispiel von der Regierung ausgestellte Identitätskarten. IBM betont, dass die ausstellende Behörde nichts von der Verwendung dieser Identitätsdaten erfährt.
Auch als App
"Damit wird das Konzept der minimalen Offenlegung von identitätsbezogenen Daten Realität", schrieb IBM Research. Der Algorithmus steht Software-Entwicklern ab sofort als Internet-basierter Dienst zur Verfügung. Sie können dieses Verschlüsselungswerkzeug in ihre Webseiten und Anwendungen einbinden.
In Kürze soll eine App für Mobiltelefone folgen. Sie werde es - ähnlich wie ein digitales Portemonnaie - den Benutzern erlauben, ihre Daten zu kontrollieren und so wenig davon wie möglich mitzuteilen. (sda)