Vertreter der digitalen Musikindustrie und einige Investoren beklagen, dass die hohen Lizenzgebühren in der Musikbranche verhindern, dass neue, digitale Vertriebsmodelle Gewinne machen. Das geht aus den bisherigen Reden im Rahmen einer Anhörung vor dem US-Kongress zu einem neuen Internet-Radio-Gesetz hervor, die am Donnerstag in Washington stattfindet. Die Vertreter der US-Musikindustrie halten dagegen, dass Manager bei Firmen wie dem Internet-Radio-Anbieter Pandora sich in den vergangenen Monaten eine goldene Nase verdient hätten, wie cnet.com berichtet.
Der Online-Vertrieb von Musik via Web-Radio oder Streaming-Diensten sei ein Verlustgeschäft, weil die Preise der Industrie zu hoch seien, beklagen sich Vertreter diverser Vertriebsplattformen. Kein einziges alleinstehendes Angebot mache derzeit Profit, so die Argumentation. Die Gesetzesvorlage, die diskutiert wird, würde die Abgaben für Internet-Radios senken. Anbieter wie Pandora fühlen sich besonders benachteiligt, weil sie in den USA mehr für Musikrechte bezahlen als Konkurrenzanbieter im Satelliten- oder Kabel-Bereich.
"Für eine gesunde Zukunft der Musikindustrie ist ein Ökosystem aus hunderten oder gar tausenden erfolgreichen und innovativen Online-Musik-Services essenziell. Die grossen Labels sehen das nicht und weigern sich, vernünftige Preise auszuhandeln", sagt Investor David Packmann vor dem Kongress. Die Musikindustrie hält dagegen, dass es an den Geschäftsleuten ist, dafür zu sorgen, dass sich der Vertrieb rechnet. (pte)