Richter lässt Ausweitung von Sammelklage zu

Uber - Die Klagenden wollen als Mitarbeiter und nicht als Vertragspartner eingestuft werden.

von Michèle Widmer

Ein US-Richter hat eine Ausweitung der Sammelklage von Fahrern des umstrittenen Fahrdienstanbieters Uber in Kalifornien zugelassen. Die Klagenden wollen durchsetzen, als Angestellte und nicht als unabhängige Vertragspartner eingestuft zu werden. Richter Edward Chen sagte am Mittwoch, auch jene Fahrer, die einen Vertrag akzeptiert hätten, in dem Schiedsverfahren vereinbart worden seien, könnten sich der Klage anschliessen. Schiedsverfahren könnten nicht erzwungen werden. Damit können sich bis zu 160'000 Uber-Fahrer, die seit 2009 im Bundesstaat Kalifornien für Uber gearbeitet haben, der Klage anschliessen.

Arbeitsschutz als Zankapfel

Die klagenden Fahrer wollen durchsetzen, als Uber-Angestellte und nicht als unabhängige Vertragspartner eingestuft zu werden. Als Angestellte würden sie unter die kalifornischen Arbeitsschutzregeln fallen und Anspruch auf Sonderleistungen haben. Sie bemängeln auch, dass Uber sie nicht für Ausgaben im Zusammenhang mit ihrer Tätigkeit für den Fahrdienstanbieter entschädigt oder Trinkgelder von Fahrgästen nicht weitergeleitet habe. Vor US-Gerichten sind mehrere Fälle von Betroffenen anhängig, die für Unternehmen der sogenannten "Sharing Economy" arbeiten. Uber und ähnliche Unternehmen argumentieren, die Plattformen böten viel mehr Flexibilität als klassische Beschäftigungsverhältnisse. Zudem verdienten die Vertragspartner oft mehr.

Uber will Berufung einlegen

In einer Mitteilung kündigte Uber an, gegen den jüngsten Richterentscheid Berufung einzulegen. "Fast 90 Prozent der Fahrer sagen, der Hauptgrund, weshalb sie Uber nutzen, sei, dass sie gerne ihr eigener Chef sind." Uber vermittelt über Smartphone-Apps und im Internet Fahrten in verschiedenen Angebots- und Preisklassen. Für Ärger sorgt vor allem der Dienst UberPop, der sich auf private Gelegenheitsfahrer und deren Autos stützt. Die Taxibranchen in vielen Staaten kritisieren das Geschäftsmodell als unlauteren Wettbewerb. Uber ist nach eigenen Angaben in rund 58 Ländern und 250 Städten vertreten. (sda/afp)