Cyberangriffen aus dem Ausland soll die Schweiz nicht bloss abwehren, sie solle aktive Gegenmassnahmen treffen, fordert Generalstabsoberst Gérald Vernez, verantwortlich für die Cyber-Kriegsführung der Armee laut einem Bericht der «SonntagsZeitung».
Konkret hiesse dies, dass Cyberspezialisten des Bundes mit eigenen Trojanern in fremden Netzwerke nach Angreifern fahnden, Codes manipulieren oder sogar die Stromquelle abschalten. Das geltende Recht lässt das noch nicht zu. Mit drastischen Worten schildert der Cyber-Kommandant der Armee die Bedrohungslage: «Wir stehen unter Angriff», sagt er. Es frage sich, ob wir nicht bereits die Kontrolle verloren hätten.
Grosse Gefahren sieht er beim Cyber-Vandalismus, der Kriminalität und bei Extremisten, wo sich heute extrem fähige Leute tummeln würden. Vernez äussert sich öffentlich kaum. In Vorträgen vor IT-Spezialisten und Militärs kritisiert er aber die mangelnde Führung bei der Cyber-Strategie des Bundes. Auf verschiedenen Ebenen wurden zwar Initiativen gestartet und Aktivitäten koordiniert. Für die Bundesverwaltung fehlt aber nach wie vor eine Verwundbarkeitsanalyse. (SoZ/lcv)