Die Übertragung von Keimen und Viren ist in der Spitalhygiene ein grosses Thema. Doch wie kann man sie sichtbar machen? Der VR-Händehygiene-Trainer löst dieses Problem, in dem er jede Oberflächenberührung des Users registriert und visualisiert.
Seit 2013 erschafft die Zürcher Agentur Ateo interaktive Erlebnisse in den Bereichen Virtual Reality, Augmented Reality und Games. Für das Universitätsspital Zürich hat Ateo einen Virtual Reality Simulator entwickelt, der das Spitalpersonal für die Wichtigkeit der Händehygiene sensibilisiert, heisst es in einer Mitteilung.
Im virtuellen Patientenzimmer des Universitätsspitals führen die Teilnehmer ihre gewohnte Visite durch, mit Aufgaben wie den Patienten begrüssen, Puls- und Fiebermessen. Die Spitalumgebung und Utensilien des USZ wie z.B. der Fiebermesser wurden originalgetreu nachmodelliert, so dass sich die Simulation so real wie möglich anfühlt.
Beim Ausführen der Aufgaben werden Umgebungskeime und Viren über die eigenen Hände und die verwendeten Utensilien aufgenommen und unbemerkt im Zimmer verteilt, wenn man sich nicht regelmässig die Hände desinfiziert. Sobald die Keimansicht eingeschaltet wird, erleben die Teilnehmer einen «Aha-Effekt», wenn sie sehen, wo und wie sie Erreger verbreitet haben.
Um eine präzise Keimübertragungen zu ermöglichen, werden jeder einzelne Finger und die verwendeten Utensilien der Teilnehmer genau getrackt. Ursprünglich für interne Studien zur Erforschung der Keimübertragungen entwickelt, wird der Simulator nun aktiv in der Ausbildung der Studierenden an der Universität Zürich eingesetzt.
Für Studienzwecke lassen sich verschiedene Testszenarien im virtuellen Patientenzimmer laden. Die VR-Sicht der Teilnehmer kann auf einen Bildschirm übertragen werden und Kontaminationen sind in Echtzeit für den Studienleiter sichtbar. Die Handlungsabläufe der Probanden werden gespeichert und sind einfach auswertbar. (pd/wid)