21.06.2012

Google

Startet Projekt für gefährdete Sprachen

Auch Rätoromanisch gilt als "bedroht".

Aktuell werden auf der Welt rund 7000 verschiedene Sprachen gesprochen. Experten schätzen, dass bis zum Ende des Jahrhunderts knapp 50 Prozent davon verschwunden sein werden. Mit einem neuen Projekt will Google dem Vergessen entgegenwirken. Der Internetriese startete in Zusammenarbeit mit verschiedenen Institutionen das "Endangered Languages Project". Auf einer Webseite bietet der US-Konzern die Möglichkeit, Text- und Tondokumente hochzuladen, mit anderen zu teilen und Informationen über die Sprachen bereitzustellen. Mit jeder einzelnen nicht mehr existenten Sprache verliere man "das Zeugnis von Jahrhunderten des Lebens", heisst es auf der Webseite. Auch zwei Schweizer Sprachen sind darauf verzeichnet: Rätoromanisch gilt als "bedroht", die schweizerisch-italienische Gebärdensprache mit 200 Sprechern gar als "gefährdet".

Wesentlich vorangetrieben wurde das Projekt von der Alliance for Linguistic Diversity, die extra hierfür gegründet wurde. Sie versammelt Gruppen, um "Bemühungen rund um die Dokumentation bedrohter Sprachen anzustossen, zu forcieren und zu stärken". Derzeit hat die Allianz 29 Mitglieder. Die Beaufsichtigung des Projekts will Google an das First Peoples' Cultural Council und das Institute for Language Information & Technology (The Linguist List) an der Eastern Michigan University in Zusammenarbeit mit dem Advisory Committee übertragen. Von der Dokumentation sollen künftig auch Wissenschaftler profitieren. (sda)


Kommentar wird gesendet...

KOMMENTARE

Kommentarfunktion wurde geschlossen