Studenten können Mittagessen neu mit Bitcoins bezahlen

Zürich - Benützer können die virtuelle Währung vor Ort am Bankomaten beziehen.

In der Mensa Binzmühle in Oerlikon können Studierende probeweise ihr Mittagessen mit der digitalen Währung Bitcoin bezahlen. Drei Studenten der Uni Zürich haben dafür eine Bitcoin-App entwickelt, die mittels Nahfeld-Kommunikation (NFC) funktioniert, wie die Hochschule am Donnerstag mitteilte.

Die Bitcoins können die Benützer vor Ort an einem Bitcoin-Bankomaten kaufen, der von der Firma "SBEX" zur Verfügung gestellt wurde. Die Zahlung werde verlässlich innert weniger als einer Sekunde erledigt, hiess es in der Mitteilung. Dies sei sogar dann möglich, wenn die Geräte gar keinen Internetanschluss haben.

NFC oder Nahfeld-Kommunikation ist ein internationaler Übertragungsstandard zum kontaktlosen Austausch von Daten. Sie funktioniert per Funktechnik über kurze Strecken von wenigen Zentimetern. Entsprechende Chips sind bereits in manche Kreditkarten eingebaut und können zum Bezahlen in Supermärkten benützt werden.

Die App wurde von Studenten in Zusammenarbeit mit Professor Burkhard Stiller vom Institut für Informatik entwickelt. Zum Bezahlen hält man einfach sein Smartphone - das mit dem Betriebssystem Android 4.4 und einem NFC-Sensor ausgerüstet sein muss - an eine Zahlstation. Der Betrag erscheint auf dem Display, der Käufer akzeptiert die Zahlung, die Transaktion wird durchgeführt. Ein universitätseigener Server speichert lokal (off-chain) die Transaktionen und verwaltet das Bitcoin-Geld. Der Testlauf soll in den ersten Septemberwochen stattfinden.

Blitzschnelle Überweisung
Die Überweisung funktioniere auch von Handy zu Handy, etwa um Bitcoins von seinem Handy auf das Handy eines Kollegen zu überweisen, erklärten die Entwickler der App. Der Name "CoinBlesk" (coin: engl. Münze, blesk: tschech. Blitz) sei dabei Programm: Münzen werden wie der Blitz hin und her geschickt.

Bitcoin wurde 2009 von Computerfachleuten entwickelt und gilt als weltweites Zahlungssystem in Form von virtuellem Geld. Die Sicherheit wird durch kryptographische Techniken gewährt. Alle Transaktionen erfolgen direkt zwischen den Teilnehmern, werden aber im Internet anonym gespeichert. Dies vermeidet die beim herkömmlichen Bankverkehr üblichen Zwischenschritte und umgeht auch Finanzbehörden.

Von sich reden machte der Bitcoin in jüngster Zeit vor allem wegen enormen Preisschwankungen. Kostete bei seiner Einführung 2008 ein Bitcoin 6 US-Cent, lag der Preis Ende 2013 bei über 1000 Dollar. Weil das so ist, hat die Mensa mit den Projektverantwortlichen ausgehandelt, dass die Bitcoins wieder in Franken auf ihrem Konto verbucht werden. (sda)