US-Telekomkonzern half bei Schnüffelei

NSA - Offenbar gewährte AT&T dem Geheimdienst Zugang zu Milliarden E-Mails.

Der US-Telekommunikationskonzern AT&T hat dem US-Geheimdienst NSA Zugang zu Milliarden E-Mails gewährt, die durch seine Netzwerke zirkulierten. Das berichteten die "New York Times" (NYT) und die Rechercheorganisation "ProPublica" unter Berufung auf Dokumente des früheren US-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden.

Der Geheimdienst stufte die Zusammenarbeit mit dem Konzern bei seinen Spähaktionen offenbar als ausgesprochen effizient ein. Der Konzern habe sich "sehr kooperativ" gezeigt und eine "extreme Bereitschaft zu helfen" bewiesen, heisst es in den Dokumenten etwa.

Demnach gewährte AT&T dem Geheimdienst von 2011 an auch Zugang zu den Daten von täglich 1,1 Milliarden Handygesprächen.

Auch die beiden Telekommunikationsunternehmen Verizon und MCI - das von Verizon 2006 übernommen wurde – hatte mit der NSA im Rahmen eines Programmes mit dem Codenamen "Stormbrew" zusammengearbeitet.

Der Rivale Verizon sei aber nicht so weit gegangen. Die AT&T-Ingenieure hätten neue NSA-Technologien als erste eingesetzt. Unklar war allerdings, ob die Programme heute noch weiter laufen.

Auch Uno abgehört

Im Rahmen des 1985 gestarteten Programms "Fairview" habe AT&T dem Geheimdienst auch erlaubt, über die von ihm betriebenen Leitungen die Internetkommunikation des UNO-Hauptquartiers in New York zu überwachen, berichteten die "NYT" und "ProPublica".

Ein Unternehmenssprecher von AT&T betonte, dass die Firma Ermittlungsbehörden keine Informationen ohne entsprechenden Gerichtsbeschluss gebe, ausser wenn Gefahr in Verzug sei. Den Berichten zufolge erfolgte die Überwachung der Kommunikation der UNO auf Anweisung des geheimen Sondergerichts Foreign Intelligence Surveillance Court. Washington hat inzwischen den Vereinten Nationen zugesichert, keine Kommunikationsdaten mehr zu sammeln.

Allein das Programm "Fairview" kostete die NSA den Berichten zufolge im Jahr 2011 188,9 Millionen Dollar. "Stormbrew" schlug demnach mit 66,8 Millionen Dollar zu Buche. (sda)