Vorstoss nach Europa geplant

Netflix - Es wird spekuliert, dass der Konzern nach Deutschland gehen könnte.

Die in den USA beliebte Online-Videothek Netflix will auch in Europa mehr Zuschauer erreichen. "Wir planen, uns später im Jahr merklich in Europa auszubreiten", erklärte das Unternehmen am Mittwoch.

Es gebe "international eine grosse Chance für Netflix". Immer wieder wird spekuliert, dass der Konzern auch nach Deutschland gehen könnte. Auf Nachfrage eines Analysten in einer Telefonkonferenz hielt sich Firmenchef Reed Hastings allerdings bedeckt. "Es gibt eine Reihe von  Spielern in allen wichtigen Märkten", sagte er. Dennoch könne Netflix in den Ländern ein "sehr erfolgreiches Geschäft aufbauen".

In Deutschland gehören die Amazon-Tochter Lovefilm oder Watchever aus dem Vivendi-Konzern zu den grösseren Akteuren bei Filmen und Serien, die sich übers Internet anschauen lassen.

Durchbruch gelang mit Streaming 
Hastings und ein Partner hatten Netflix 1997 gegründet. In Zeiten langsamer Internetverbindungen spielte der Verleih von DVDs per Post  eine grosse Rolle. Der wahre Durchbruch gelang aber mit dem sogenannten Streaming, bei dem Videoinhalte direkt aus dem Netz abgespielt werden.

Netflix mischte damit den US-Fernsehmarkt auf und heimste zuletzt mit Eigenproduktionen Preise ein. Von Netflix produzierte Serien sind "House of Cards" über Intrigen in Washington oder "Orange is the New Black" über ein Frauengefängnis.

Umsatz 2013 um 21 Prozent gesteigert 
Weltweit hatte die Online-Videothek zum Jahreswechsel mehr als 44 Millionen Mitglieder, gut 33 Millionen davon in den USA. Der Rest verteilt sich auf Kanada, Lateinamerika und die ersten europäischen Länder. Auf dem Heimatmarkt gehören der Bezahlsender HBO ("Game of Thrones") und das Streaming-Portal Hulu zu den grössten Rivalen.

Im vergangenen Jahr konnte Netflix dank eines kräftigen Zustroms an Nutzern seinen Umsatz um 21 Prozent auf 4,4 Milliarden Dollar steigern. Der Gewinn war mit 112 Millionen Dollar fast sieben Mal so hoch wie im Vorjahr. Das Unternehmen erwartet auch im laufenden Quartal einen Zuwachs an Zuschauern. Die Aktie schoss am Donnerstag vorbörslich um 17 Prozent in die Höhe. (sda)