Für viele ein festes Arbeits- und Freizeittool: das iPad. (Bild: Keystone)
Alexander Mazzara, CEO & Co-Founder Joiz TV
"Mein Nutzungsverhalten hat sich in den letzten zwei Jahren deutlich geändert. Ich nehme das iPad nicht nicht mehr täglich mit. Es bleibt zu Hause im Wohnzimmer. Es ist für mich heute vor allem ein Zusatzgerät. Ich sitze vor dem TV und kommuniziere mit dem iPad mit Freunden auf Facebook oder Twitter und kommentiere oder vote auf joiz.ch. Oder ich steuere meine Swisscom-TV-Box und google etwas. Ich habe nicht nachgerüstet: Ich benutze immer noch das iPad 1 nur mit WiFi. Vielleicht würde ich es anders nutzen, wenn ich ein neues iPad hätte."
David Schärer, Rod Kommunikation
"Ich nutze mein iPad täglich, um Zeitung zu lesen, E-Mails zu bearbeiten und Notizen zu machen. Hin und wieder schaue ich mir auch einen Film oder eine Serie an, zum Beispiel im Flugzeug. Unterwegs schreibe ich Manuskripte. Es ist ein Gewinn, nicht immer das Macbook überallhin mitschleppen zu müssen. Nach einer Entdeckungsphase, ist das iPad nach 2 Jahren zu einem festen Arbeits- und Freizeittool geworden. Ich lese darauf auch Bücher. Fachliteratur, aber auch Privates. Ich besitze nach wie vor das allererste iPad. Für alles, was es nicht kann, habe ich mein iPhone 4, etwa für Video Skype."
Lisa Kämmerling-Feldmann, Chefredaktorin "Annabelle"
"Alles in allem nutze ich mein iPad weniger als auch schon. Medien nutze ich überhaupt nicht mehr, hin und wieder schaue ich noch Filme und Serien. Die Euphorie ist verflogen. Auf Flügen nehme ich jetzt schon wieder den Laptop mit, weil der dann doch mehr kann und mir die Tastatur einfach mehr behagt. Ich lese keine Bücher und schreibe definitiv keine längeren Texte auf dem iPad. Was nach "Angry Birds" kommt, wollen Sie noch wissen? Vielleicht "Hungry Birds"? Oder "Angry Cows"? Ehrlich gesagt: keine Ahnung."
Christoph Faschian, Creative Director kempertrautmann, Hamburg
"Für die Arbeit nutze ich eigentlich nur eine App: iA Writer. Ein sehr reduziertes Schreibprogramm, das es einem leicht macht, sich zu konzentrieren. In Kombination mit einer externen Tastatur ist es das perfekte Setup, um Zeilen, Texte oder auch das Grundgerüst für eine Präsentation zu schreiben. Ansonsten ist mein iPad entweder auf dem Sofa oder in der Küche zu finden. Ich bin damit gerne bei Twitter und in Blogs unterwegs und als Rezeptbuch macht es selbst in heissen Kochphasen und mit fettigen Fingern noch einen verlässlichen Job. Nie warm geworden bin ich z.B. mit Keynote. Das Programm ist ein wichtiges Tool bei der täglichen Arbeit, entsprechend hatte ich es mir damals sofort heruntergeladen. Aber aufgrund der mangelnden Kompatibilität, bzw. unterschiedlicher Speicherlogiken usw. habe ich es ziemlich schnell einfach gelassen. Vielleicht ist das mittlerweile ja alles sauber gelöst und ich sollte dem Programm mal eine neue Chance geben. Bücher lese ich auf dem iPad nicht. Wenn ich mir einen E-Reader zulegen würde, dann wahrscheinlich einen Kindle. Aber ich mag tatsächlich noch echte Bücher."
Peter Brönnimann, Executive Creative Director SFLB
"Zwei Jahre iPad haben mein Nutzungsverhalten überhaupt nicht verändert - und gleichzeitig völlig verändert: Ich lösche die 90 Prozent meiner Spam-Mails schon auf dem Weg ins Büro, lese auf der Rückfahrt Onlineartikel über Instapaper und Zite, höre daheim nur noch Musik über die Spotify-App und sehe im Bett auf dem iPad fern - mit dem Resultat, dass sich meine Frau beklagt und entschieden hat, diesen Sommer in einer Berghütte Ferien ohne iPad und iPhone zu machen. Einiges hat sich aber auch nicht verändert: Ich liebe die Writer-App von iA, und trotzdem schreib ich nicht gerne lange Texte auf dem iPad. Ich habe zwar iBooks runtergeladen, aber dann "Angry Birds" gespielt statt gelesen. Und nachdem ich praktisch alle Zeitungs-Apps dieser Welt ausprobiert habe, schätze ich die richtige Zeitung wieder viel mehr: Nur in der Zeitung seh ich auf einen Blick, dass ein Artikel lang und daher also wichtig ist. Papier ist nach wie vor die beste Lese-App."
Caroline Thoma, Leiterin Blick-Gruppe
"Ich nutze mein iPad, um am Abend und unterwegs E-Mails zu beantworten, digital einzukaufen sowie um diverse Websites und Apps zu studieren. Dies mit privatem wie auch geschäftlichem Hintergrund. Meine Nutzung ist gestiegen. Ich nehme es öfters mit als früher. Es ersetzt bei mir bis zu einem gewissen Punkt den Laptop. Ich versuche Bücher darauf zu lesen, aber ich ertappe mich dann doch immer wieder dabei eben doch ein echtes Buch zur Hand zu nehmen. Meiner Meinung nach, taugt es definitiv nicht dazu, viele Daten und Dateien zu verwalten, Daten einzuspielen und Websites zu nutzen die Flashinhalte anbieten. Das Surfvergnügen ist klar eingeschränkt."
Oliver Reichenstein, Leiter Information Architects, Tokio
"In erster Linie benutze ich mein iPad, um durchs Web zu surfen und Texte zu schreiben. Mein Nutzungsverhalten hat sich eigentlich nicht verändert. Ich finde das iPad aber auch nach zwei Jahren noch immer überraschend gut, um Texte zu schreiben. Viele Leute meinen, dass man nicht auf Glas schreiben kann. Aber wenn man das vergleicht mit einer mechanischen Schreibmaschine, dann ist "auf Glas schreiben" ja alles andere als hart oder anstrengend. Es kommt allerdings darauf an, was für einen Text man schreibt. Je überarbeitungsintensiver, desto weniger eignet sich das iPad. Denn nicht schreiben, sondern das Editieren und die Verwaltung von Files ist das, was das iPad gegenüber dem Laptop noch immer etwas mühsam macht. Die angekündigten Änderungen von Apple deuten aber darauf hin, dass das alles recht viel einfacher werden wird. Bücher lese ich nicht auf dem Tablet. Ich habe es immer wieder versucht, aber bisher hat mich noch kein Interface richtig davon überzeugt, noch mehr Zeit am Bildschirm zu verbringen. Ich mag gut gedruckte Bücher als Abwechslung zum schlecht gesetzten Bildschirmtext. Was nach "Angry Birds" kommt? Irgendein anderer Hype. Aber das interessiert mich nicht. Was mich interessiert, ist, wie man den Leuten mit Technologie das Leben erleichtert."
Alexander Jaggy, Executive Creative Director Jung von Matt/Limmat
"Einer der effizientesten Marketingsätze der letzten Jahre lautet: "Von meinem iPad gesendet". Jedes Mal wenn ich eine Nachricht mit dieser Information erhalte, schnappe ich mir mein iPad. Was nicht allzu oft vorkommt. Ich muss gestehen, dass das Tablet noch keinen festen Platz in meinem Leben eingenommen hat. Am meisten Spass machen die Apps "Solar Walk" und "DK The Human Body". Sehr praktisch ist "Flipboard", eine Applikation, die Posts in Magazinform darstellt. Schreiben auf dem iPad ist nicht wirklich zu empfehlen, es sein denn, man hat Finger wie ein Gekko. Lesen geht prima. Besonders empfehlenswert sind Bücher mit Interaktionsmöglichkeiten. Die mit Abstand sinnloseste App heisst "AppFusion 6 in 1!". Zu meiner Ehrenrettung muss anfügen, dass ich die Applikation auf Druck meiner Kinder mit der Plastikmündung einer Wasserpistole im Nacken heruntergeladen habe. Das nächste Blockbuster-Game kommt von den Machern von "Angry Birds" und heisst "Amazing Alex". Ein sehr hübscher Titel, wie ich finde."
Fabian Gmünder, Senior PR Consultant, Cohn & Wolfe, Genf
"Ich benutze mein iPad für alles, was nicht viel Schreibarbeit verlangt. Von Recherchen übers Tweeten bis zum Flugbuchen bevorzuge ich das Tablet, weil es leichter, mobiler und eleganter ist als mein Laptop. Besonders gerne lese ich darauf die digitale Ausgabe des "New Yorker", die so simpel wie elegant aufgebaut ist. Seit ich das iPad habe, ist meine Toleranz für nicht kompatible Websites auf Null gesunken. Offensichtlich funktioniert Scrollen besser als Klicken, was viele Seiten jedoch bis heute noch nicht umgesetzt haben. Längere Texte oder Bücher leise ich nicht. Ich habe zwar einzelne Kapitel aus wenig anspruchvollen Büchern gelesen, für fordernde Texte bevorzuge ich aber bis heute Papier. Was ist negativ anmerken möchte: Direkte Sonneneinstrahlung macht das Gerät unlesbar. Und was nach "Angry Birds" kommt? "Even Angrier Pigs" vielleicht?"
Thomas Benkö, Blattmacher "Blick am Abend"
"Mit meinem iPad konsumiere ich vor allem passiv News. Aktiv nutze ich es am Ehesten zum Twittern und Gamen. Mein Nutzungsverhalten hat sich in den letzten zwei Jahren nicht gross geändert. Bücher habe ich mir auch schon runtergeladen. Aber noch nie zu Ende gelesen. Ich finde, das iPad taugt nicht für den mobilen Einsatz. Meins liegt entweder zu Hause oder im Büro rum. Das Aufrüsten auf Version 3 hat sich meiner Ansicht nach gelohnt: Der schärfere Bildschirm ist tatsächlich cool. Das merkt man vor allem beim Gamen. Die sinnloseste App, die ich mir sich bislang gekauft habe, war mit Sicherheit "Blower". Da muss man mit dem iPhone oder iPad eine Kerze ausblasen. Und siehe da: Es funktioniert!"
Umfrage: Adrian Schräder