Webagenturen in der Krise

simsa - Die Frankenstärke schwäche die Schweizer Webagenturen, sagt die "Swiss Internet Industry Association".

Herr Sinka, warum machen Agenturen trotz mehr Umsatz weniger Gewinn?
Einerseits gibt es grundsätzlich immer mehr Konkurrenz, andererseits fokussieren sich klassische Werbeagenturen immer stärker auf das Online-Business. In Unternehmen ist aber je länger je mehr "Online Know-How" und Erfahrung vorhanden, um operative und strategische Aufgaben selbst zu übernehmen. Kurz: Mit dem Bau von Websites und Shops lässt sich durchaus Geld verdienen, aber immer weniger. 

Erhärtet sich der Wettbewerb durch ausländische Agenturen aufgrund der Frankenstärke?
Eindeutig! Für Agenturen aus dem Ausland sind Schweizer Auftraggeber sehr attraktiv und umgekehrt bieten ausländische Agenturen ihren Schweizer Kunden teils massive Preisvorteile. Das ist momentan eines der grössten Schwierigkeiten für Schweizer Agenturen.

Werden die Schweizer Unternehmen aufgrund der Exportprobleme ihre Budgets für Webprojekte einschränken?
Wenn eine Krise kommt, werden als erstes Marketingbudgets gekürzt. Das ist immer schon so gewesen. Exportlastige Unternehmen haben ihre Projekte unmittelbar nach der Aufgabe des Euro-Mindestkurses ganz eingefroren oder massiv reduziert. 

Wo sehen Sie Lösungsansätze?
Der Vorteil einer externen Agentur gegenüber betriebsinternen Dienstleistern besteht ja gerade darin, dass sie ein kritischer Partner, der frei von Betriebsblindheit eine ganzheitliche Beurteilung erbringen kann. Die Agenturen müssen ihre Vogelperspektive und ihre Kompetenz im hieseigen Markt in den Fokus rücken.

Was unternimmt der Branchenverband simsa um die Agenturen zu stärken?
Wir möchten den Agenturen die Möglichkeit des Gedankenaustauschs bieten, aber auch die Entwicklung von Best-Practice-Methoden sowie von Honorarleitfäden und Checklisten zur Angebotsbeurteilung durch die Auftraggeber initiieren. Deshalb organisieren wir vor den "Best of Swiss Web Awards" am 26. März ein Round Table, an dem Inputs gesammelt und gebündelt werden.

Imre Sinka ist im Vorstand der "Swiss Internet Industry Association", simsa.

Bild: zVg (lcv)