Weniger Umsatz und mehr Gewinn im ersten Quartal

Sunrise - Der Umsatz schrumpfte um 8,8 Prozent auf 446 Millionen Franken. Unter dem Strich erzielte Sunrise einen Reingewinn von 7 Millionen Franken.

Nach dem Riesenverlust im Vorjahr ist Sunrise mit schwarzen Zahlen ins 2016 gestartet. Beim Umsatz musste der zweitgrösste Telekomkonzern der Schweiz zwar Einbussen hinnehmen. Dank Kosteneinsparungen verbesserte sich aber die Profitabilität. Der Umsatz schrumpfte im ersten Quartal um 8,8 Prozent auf 446 Millionen Franken. Der Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) kletterte indes um 4,8 Prozent auf 139 Millionen Franken. Unter dem Strich erzielte Sunrise einen Reingewinn von 7 Millionen Franken, wie das Unternehmen am Donnerstag bekannt gab.

Im Vorjahresquartal hatten die Kosten für den Börsengang sowie die Schuldenrefinanzierung einen happigen Verlust von 167 Millionen Franken eingebrockt. Das Ergebnis sei im Rahmen der Erwartungen ausgefallen, sagte Finanzchef André Krause in einer Telefonkonferenz. Damit hat Sunrise die Erwartungen der Analysten beim Umsatz verfehlt, beim Gewinn allerdings etwas übertroffen. An der schwächeren Schweizer Börse legte die Aktie bis gegen 10.40 Uhr um 5,9 Prozent auf 62,10 Franken zu. Trotzdem ist der Titel immer noch weiter unter dem Ausgabepreis von 68 Franken beim Börsengang vor einem Jahr.

Weniger Handys verkauft

Als Grund für den Umsatzrückgang nennt Sunrise, dass es weniger Handys verkauft habe und das Handelsgeschäft mit Telefonminuten (Hubbing) zurückgefahren habe. Dieses Handelsgeschäft und der Geräteverkauf bringen zwar Umsatz, aber üblicherweise nur wenig Gewinn. Die beiden Effekte seien für mehr als die Hälfte des Umsatzrückgangs verantwortlich gewesen, schrieb Sunrise. Der geringere Handyverkauf ist einerseits die Folge des Abotyps Freedom, bei dem keine subventionierten Handys mehr enthalten sind. Andererseits habe sich bemerkbar gemacht, dass im ersten Quartal weniger Kassenschlager-Smartphones auf den Markt gekommen seien.

Der Umsatz mit Handys sackte um gut ein Fünftel ab. Zudem schlug die Senkung der Tarife für die Benutzung des Handys im Ausland (Roaming) zu Buche. Ausserdem gab es Einbussen bei den Prepaidhandykunden sowie in der Festnetztelefonie. Die Zahl der Prepaidkunden habe um 10 Prozent abgenommen, weil unter anderem immer mehr Leute auf Abos wechseln würden, hiess es. Auch der Festnetzumsatz schrumpfte etwa in der selben Grössenordnung. Hier würden immer mehr Kunden nur noch ihr Handy oder die Telefonie übers Internet wie beispielsweise Skype benutzen. Die Zunahme der Kunden bei den Handyabos, beim Internet und beim Fernsehen konnte den Gegenwind nicht wettmachen.

Weniger Stellen

Dass es dennoch gelungen sei, den Gewinn zu steigern, sei auf Effizienzverbesserungen und weniger Geräteumsätze mit geringer Marge zurückzuführen, hiess es weiter. Sunrise konnte die bereinigten Betriebskosten um gut 11 Prozent senken. Die Zahl der Vollzeitstellen sank um rund 190 auf 1691 per Ende März.

An den Zielen hielt der neue Sunrise-Chef Olaf Swantee fest, der Anfang Woche sein Amt angetreten und seinen Vorgänger Libor Voncina abgelöst hat. Für das Gesamtjahr werde ein Umsatz von 1,89 bis 1,93 Milliarden Franken erwartet. Der bereinigte EBITDA solle zwischen 600 und 620 Millionen Franken erreichen.

Veränderungen im Management

Gleich zum Amtsantritt nahm Swantee Veränderungen im Topmanagement vor. Geführt wird das Unternehmen neu von einem Leitungsteam, das sieben Bereiche umfasst. Neu zu Sunrise stösst dabei im Juni Françoise Clemens als Chefin für den Kundendienst, die zuvor mit Swantee beim britischen Mobilfunkunternehmen EE (British Telecom) tätig war. Sie löst in dieser Funktion Massimiliano Nunziata ab, der den neu geschaffenen Bereich Geschäftskunden leiten wird. Neu im obersten Führungsgremium nimmt ausserdem Karin Schmidt als Personalchefin Platz, die Marie-Claire Diemand ablöst, sowie Dominik Rubli als Administrationschef.

Mit Therese Wenger erhält Sunrise zudem eine neue Kommunikationschefin. Sie übernimmt das Amt von Stefan Kern, der Sunrise verlässt. Wenger war bis vor kurzem - und dies während vieler Jahre - Sprecherin von Konkurrentin Salt.

Bild: Keystone