Werbegeschäft kommt nicht in Gang

Snapchat - Der Foto-App steht ein Umsatzrückgang bevor. Abhilfe soll unter anderem ein Abo-Modell schaffen.

Die Foto-App Snapchat hat zwar weiterhin neue Nutzer hinzugewonnen – aber das Werbegeschäft kam nicht in Gang. Die Entwicklerfirma Snap rechnet für das laufende Vierteljahr intern mit einem Erlösrückgang zwischen zwei und zehn Prozent.

Snap rutschte zuletzt auch tief in die roten Zahlen. Unterm Strich gab es im vergangenen Quartal einen Verlust von rund 288,5 Millionen Dollar nach 22,5 Millionen Dollar Gewinn ein Jahr zuvor. Der Umsatz blieb bei 1,3 Milliarden Dollar, wie Snap nach US-Börsenschluss am Dienstag mitteilte. Die Aktie fiel im nachbörslichen Handel um rund 14 Prozent.

Die Zahl der Snapchat-Nutzer stieg auf 375 Millionen von 363 Millionen drei Monate zuvor.

Gründer und Chef Evan Spiegel verwies auf die schwächelnde Wirtschaft, die den Online-Werbemarkt bremse. Snapchat machen auch weiterhin Apples Massnahmen für mehr Privatsphäre auf dem iPhone zu schaffen. App-Entwickler wie Snap müssen Nutzer um Erlaubnis fragen, wenn sie zur Personalisierung der Werbung deren Aktivitäten über verschiedene Anwendungen und Websites hinweg verfolgen wollen. Viele Nutzer lehnen dies ab, dadurch wurden Anzeigen-Plattformen unter anderem bei Snapchat und Facebook weniger effizient.

Snap setzt deswegen eine neue Plattform für Werbekunden auf. Die Firma betonte, dass der Umbau zwar kurzfristig Umsatz koste, aber auf lange Sicht notwendig sei und man Fortschritte bei der Verbesserung des Systems mache. Ein neues Standbein des Geschäfts zusätzlich zur Werbung soll auch ein Abo-Modell werden, bei dem Nutzer für zusätzliche Funktionen wie personalisierte Benachrichtigungs-Töne oder Bild-Hintergründe bezahlen. Zuletzt hätten über zwei Millionen Nutzer ein solches Abonnement mit dem Namen Snapchat+ abgeschlossen. (sda/dpa/mj)