Wie Musks Übernahme im Netz kommentiert wird

Twitter - Die Einigung bei den Kaufverhandlungen zwischen dem Onlinedienst und Elon Musk hat hohe Wellen geworfen. Ein Überblick ausgewählter Tweets von Journalisten, Digitalexpertinnen und Satirikern.

von Tim Frei

Bald dürfte Twitter einer Person gehören – Tech-Milliardär Elon Musk, dem reichsten Menschen der Welt. Am Montag gab der Onlinedienst bekannt, dass er sich mit Musk auf einen Deal geeinigt hat (persoenlich.com berichtete).

Musk hält bereits gut 9 Prozent und es reicht ihm, über die Marke von 50 Prozent zu kommen. Denn anders als bei Google oder dem Facebook-Konzern Meta halten Gründer und Top-Manager bei Twitter keine Aktien mit mehr Stimmrechten, die ihre Kontrolle über die Firma absichern könnten. Twitter und Musk geben sich bis Ende des Jahres Zeit, um den Verkauf abzuschliessen.

Dies scheint aber reine Formsache zu sein, weshalb Schweizer Medienschaffende, Branchenexpertinnen und Satiriker die Übernahme Musks bereits rege kommentierten – natürlich auf Twitter. Eine Auswahl:

Oliver Fuchs, interimistischer Republik-Chefredaktor, machte sich über jene Userinnen und User lustig, die nun so tun, als würden sie Twitter verlassen – nur weil der Dienst nun wie Facebook einer Person gehört. Konkret schrieb er, dass er diese «von einem schwerreichen Soziopathen betriebene Plattform» verlassen werde – mit dem Nachsatz, dass sein Facebookprofil Geschichte sei. Beides ist selbstredend ironisch zu verstehen.



Ähnlicher Meinung ist Digitalexpertin Sarah Genner, die davon ausgeht, dass aufgrund des Netzwerk-Effekts fast alle Userinnen und User auf Twitter bleiben würden. Zudem erwartet sie eine «kleine Abwanderung» zu Mastadon, das im Gegensatz zur vergleichbaren Plattform Twitter als dezentrales Netzwerk konzipiert ist.




Keine Option ist diese Alternative für den Satiriker Peter Schneider, wie er mit seinem unverwechselbaren Humor klarmachte:


NZZaS-Kolumnistin und Satirikerin Patti Basler stand Schneider derweil in nichts nach, indem sie sich über Elon Musk lustig machte:


Digitaljournalist Reto Vogt hatte vor einer Woche in einem persoenlich.com-Interview gesagt, weshalb eine Twitter-Übernahme durch Musk «sehr unwahrscheinlich» sei. Dass auch der Chefredaktor von inside-it.ch über sich lachen kann, bewies er mit diesem Tweet:


Republik-Journalistin Adrienne Fiechter problematisierte derweil die Übernahme der Plattform durch eine einzige Person. Denn schliesslich sei Twitter für die Nutzerinnen und Nutzer ein öffentliches Diskussionsforum:




Unklar ist weiterhin, ob Musk die Twitter-Sperre des früheren US-Präsidenten Donald Trump aufheben wird. Fabian Renz, der Bundeshauschef der Redaktion Tamedia, hat zu einer allfälligen Rückkehr Trumps eine klare Meinung:


Auch sonst sind nach wie vor viel Fragen offen. Zum Beispiel: Wie wird sich der Dienst, der zu einer Art Nervensystem der Nachrichtenbranche wurde, als Musks Privatbesitz verändern? Wer kann sicherstellen, dass Musk Twitter nicht für seine geschäftlichen Interessen einspannt? Wird man ohne die Transparenz von Börsenberichten überhaupt erfahren, wie Twitter sein Geld verdient und ob das Geschäft läuft?


Mit Material von Keystone-SDA.