Am Tisch sassen im Frühling 2006 der Journalist Markus Schneider und die Basler Grafiker Beat Müller und Wendelin Hess. Schneider war unzufrieden mit dem Honorar für sein erstes Buch, das «Weissbuch 2004», das im Weltwoche-Verlag erschienen war. «Warum gründen wir keinen eigenen?», fragte er laut der Mitteilung. Am 7. Oktober 2006 gründeten die drei den Verlag in Rheinfelden.
Kennengelernt haben sie sich in der Zürcher Medienszene. Müller und Hess führen in Basel das Büro Müller+Hess, das Das Magazin und die Kulturzeitschrift Du neu gestaltet hat. Gemeinsam mit Schneider waren sie am Relaunch der Weltwoche beteiligt. Die Herkunft aus der Gestaltung prägt auch die Bücher: Titel und Autorenname stehen vertikal auf dem Cover, gesetzt ist alles in derselben Schrift. Das erste Buch erschien im Februar 2007: «Mein Abenteuer Schweiz» des damaligen Basler Theaterdirektors Michael Schindhelm.
Heute zählt der Verlag 92 Autorinnen und Autoren, darunter Constantin Seibt, Margrit Sprecher, Christian Seiler, Philipp Loser und Aline Wüst. Ein zweites Standbein sind Kochbücher. Laut Mitteilung hat sich Thomas Widmers «Schweizer Wunder» 25'000 Mal verkauft, die koreanische Ausgabe des Buchs über die Nonne Jeongkwan Snim 20'000 Mal. Umsatz- oder Gewinnzahlen nennt der Verlag nicht.
Ausser einer jährlichen Subvention des Bundesamts für Kultur von 12'537 Franken nimmt der Verlag nach eigenen Angaben keine Fremdmittel in Anspruch, auch auf Auftragsbücher verzichtet er. «Wenn Bücher gut sind, spielen sie auch genug Geld ein», heisst es in der Mitteilung. Müller und Hess erhielten 2025 den Basler Kulturpreis. Zum Jubiläum gewährt der Verlag bis Ende Jahr 20 Prozent Rabatt auf alle Titel. (pd/cbe)