41 Anzeigen wegen Internetmobbing im Jahr 2009

Zürich - Dunkelziffer laut Regierungsrat hoch.

Belästigungen, Drohungen und Nötigungen via Facebook oder Chat- Programme werden im Kanton Zürich immer häufiger registriert. In 41 Fällen wurde das Mobbing im letzten Jahr so gravierend, dass die Betroffenen Anzeige bei der Polizei erstattet haben. Im Jahr 2008 wurden erst 33 Fälle mit Tathilfsmittel Internet registriert, wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Postulats-Antwort des Zürcher Regierungsrates hervorgeht. Mehrere CVP-Kantonsräte verlangten von der Regierung Auskunft darüber, wie häufig und verbreitet das so genannte Cyberbullying, also das Verleumden, Blossstellen und Belästigen über soziale Netzwerke, im Kanton Zürich ist. Obwohl der Regierungsrat mit einer Geschäftskontrolle bei der Kantons- und der Stadtpolizei Zürich nun einige Zahlen festgehalten hat - als abschliessende Statistik kann dies nicht bezeichnet werden.

Die Dunkelziffer bei solchen Delikten sei hoch, schreibt der Regierungsrat. Viele Belästigungen würden nicht angezeigt - aus Angst vor Repressalien oder Scham. Die Polizei stelle in jüngerer Zeit aber fest, dass die modernen Kommunikationsmittel zunehmend missbräuchlich verwendet würden. Die Fachgruppe Kinderschutz der Stadtpolizei sei ausserdem vermehrt mit solchen Fällen konfrontiert und erhalte immer mehr Anfragen von besorgten Eltern. Als eine der wirkungsvollsten Massnahmen, um solche Delikte zu ahnden, zählt für den Regierungsrat die "unverzügliche Beschlagnahmung der Geräte, mit denen die Delikte begangen wurden." Dies treffe die Besitzer von Handys und Computern an einer empfindlichen Stelle. (sda)