Noch nie in seiner Geschichte hat das internationale Filmfestival Freiburg (FIFF) so viele Filmemacher erwartet wie dieses Jahr. Nicht weniger als 75 eingeladene Cineasten beehren vom 21. bis zum 28. März die 29. Ausgabe des Filmfests.
Beispielsweise werden die Regisseure aller 18 Beiträge im Kurzfilmwettbewerb kommen, wie Festivaldirektor Thierry Jobin am Montag bei der Vorstellung des Programms sagte. Insgesamt werden 150 Filme gezeigt, davon 113 als schweizerische, europäische oder internationale Premieren.
Zwölf Langfilme aus vierzehn Ländern sind im Rennen um den mit 30'000 Franken dotierten Regard d'or. In der Jury sitzen Alanis Obomsawin, eine Pionierin des indigenen Kinos Nordamerikas, die Schweizerin Ursula Meier, die Französin Alix Delaporte und der Holländer Rolf de Heer.
Auf der vielfältigen Palette figurieren Werke wie "Ata", der erste Film eines tibetanischen Mönchs, aber auch der libanesische Thriller "The Valley" oder der Streifen "González" über Finanzbetrug in der evangelischen Kirche Mexikos.
Humor und Erotik einmal anders
In den parallelen Programmschienen Humor und Erotik werden Werke gezeigt, die sich von handelsüblichen Filmen dieser Genres unterscheiden. Thierry Jobin stöberte neue Formen kreativen Humors auf, fern vom ausgelutschten Sitcom-Stil. Gezeigt wird beispielsweise "Filmistaan", eine Bollywood-Komödie, die es wagt, sich über pakistanische Terroristen lustig zu machen.
Das FIFF will ausserdem eine Erotik präsentieren, die den Körper mit Freude feiert - als Gegenpart zum Überangebot von lieblosen, unästhetischen Bildern in den Medien und im Internet. Neben Filmen wird es am 22. März eine Masterclass geben, in welcher der französische Schauspieler und Regisseur Jean-Marc Barr zeigt, wie Körper und Begehren künstlerisch dargestellt werden können.
Syrien
Eine weitere Masterclass präsentiert Ossama Mohammed. Er hat freie Hand erhalten und zeigt 42 Filme über Syrien - von einer Minute Länge bis zu abendfüllend. Thierry Jobin hofft, dass dieses Programm auch auf Tournée geht wie letztes Jahr dasjenige über den Iran.
Unter mehreren Parallel-Sektionen ist eine dem indigenen Kino Nordamerikas gewidmet. Seine Geschichte ist noch jung - sei es wegen der prekären finanziellen Verhältnissen oder dem traditionellen Aberglauben, wonach Kameras Seelenfresser sind. Gegenwärtig ist eine ganze Generation Filmemacher daran, die alten "Rothaut"-Klischees zu zerstören, welche die Western-Filme aufgebaut haben.
Das FIFF hofft, erneut mehr als 37'000 Besucher anzuziehen. Das Festival verfügt über ein Budget von zwei Millionen Franken. (sda)
75 Regisseure aus aller Welt
Filmfestival Freiburg - Zwölf Langfilme aus vierzehn Ländern sind im Rennen um den Regard d'or.