Der Prix Walo führt Kulturszenen zusammen, die üblicherweise wenig Berührungspunkte aufweisen: Auszeichnungen gibt es am kommenden Sonntag in Schwyz in so unterschiedlichen Sparten wie Blasmusik, Comedy oder TV-Produktion.
Insgesamt nominierte eine Jury im Vorfeld 37 Künstlerinnen, Künstler, Gruppen und Produktionen in elf Kategorien. Die Ausgangslage ist höchst unterschiedlich. TV-Produktionen wie die Sendungen "Der Bachelor", "Knack Attack" oder "Potzmusig" haben eher selten Chancen auf einen renommierten Preis. In der Sparte Blasmusik dürften die Lucerne Concert Band, das Orchester Otmar St. Gallen und die Amateurband der Fluggesellschaft Swiss der Verleihung des Prix Walo wohl ebenfalls entgegenfiebern.
Knie und Kassenschlager
Rolf Knie erhält in der Sparte Varieté die Chance, einen der von ihm selbst entworfenen Trophäen in Empfang zu nehmen. Er ist zusammen mit seinem Sohn Gregory für die Show Salto Mortale nominiert. Ihre Konkurrenten sind der Bühnenmagier Peter Marvey sowie Peter Vock und Hubert Spiess für die Produktion "La Cage aux Folles".
In der Sparte Filmproduktion treffen die Kassenschlager "Die Kinder vom Napf", "More Than Honey" und "L'enfant d'en haut" aufeinander. Die erfolgsverwöhnten Macher dieser Streifen, die allesamt auch jenseits der Landesgrenzen grosse Beachtung fanden, würden den Prix Walo wohl eher als willkommene Zugabe betrachten.
Revanche für Müslüm?
Für einige der Nominierten bietet sich sozusagen Möglichkeit einer Revanche. Bei den Newcomern sind exakt dieselben Künstler nominiert wie bei der Verleihung des Swiss Music Awards (SMA) im März. Damals setzte sich Luca Hänni gegen Müslüm und Eliane Müller durch.
Patent Ochsner und Pegasus, die mit Gotthard um den Prix Walo der Kategorie Rock/Pop rittern, zählten ebenfalls zu den SMA-Preisträgern. Die damaligen Doppelsieger Stress und Bastian Baker müssen beim Prix Walo auf die Gunst des
Publikums hoffen.
Publikum wählt Liebling
Sie sind neben sieben weiteren Anwärtern von Beni Thurnherr über Nicolas Senn und Susanne Kunz bis Stefanie Heinzmann als Publikumsliebling vorgeschlagen. Mittels Televoting können die Zuschauer bis Sonntag ihre Stimme abgeben. Und schliesslich wird auch am 39. Prix Walo ein Lebenswerk geehrt.
Der Prix Walo ist seit 1980 nach dem Musiker und Orchesterleiter Walo Linder (1905-1979) benannt, der die Auszeichnung 1974 unter der Bezeichnung Goldener Tell ins Leben rief. Die diesjährige Gala wird am Sonntagabend von Star TV aus dem Mythenforum Schwyz übertragen. (sda)