Das Montreux Jazz Festival hofft, dass sein Archiv ins UNESCO Weltdokumentenerbe (Memory of the World MOW) aufgenommen wird. Die Chancen stünden gut, sagte Festivalgründer Claude Nobs am Donnerstag vor den Medien, man sei in Verhandlung mit der UNESCO. Das Archiv des Festivals umfasst 10'000 Bänder mit fast 5'000 Stunden Laufzeit und Aufnahmen von 4'000 Gruppen. Zur Zeit werden diese einzigartigen Dokumente vom Polytechnikum Lausanne (EPFL) digitalisiert. Das erste Drittel sei bereits geschafft, sagte Thierry Ansallem, der dafür verantwortlich ist.
Künftig werde es unter dem Patronat der UNESCO einen Welttag des Jazz am 30. April geben. Die Vereinigten Staaten hätten die Anregung gemacht, den Jazz voll zu anerkennen und zu propagieren. Parallel dazu hat die UNESCO Überlegungen und Projekte lanciert zur Konservierung speziell des audiovisuellen Weltdokumentenerbes. Das Festival erwartet die Antwort auf sein Angebot im Juni. Das Label Weltdokumentenerbe wäre "eine grosse Anerkennung für uns", unterstrich Thierry Ansallem. "Geld verlangen wir keins".
Auf die Sicherheitsprobleme von letztem Jahr angesprochen, als unter anderem ein Sicherheitsmitarbeiter von raufenden Festivalbesuchern schwer verletzt wurde, versprach Festivaldirektor Mathieu Jaton "Massnahmen". Er wollte sie nicht näher erläutern, um es Radaubrüdern nicht zu einfach zu machen.Bei den Schlägern letztes Jahr habe es sich um zwei rivalisierende Banden aus Clarens (VD) und Villeneuve (VD) gehandelt, so Claude Nobs. Die Waadtländer Polizei habe eine beunruhigende Bilanz gezogen, auf die man mit "weichen" Methoden reagiere. Das diesjährige Festival soll eine Veranstaltung des "Friedens und der Liebe" sein, versprach Nobs. (sda)