Auch Verlagsbranche leidet

Online-Piraterie - Vor allem Hörbuchmarkt ist betroffen.

Die zunehmende Praxis des illegalen Raubkopierens im Internet macht nicht nur der Musik- und Filmindustrie zu schaffen, sondern auch der Literatur- und Verlagsbranche. Wenn sich an der gegenwärtigen Situation nichts ändere, werden Buchautoren über kurz oder lang dazu gezwungen sein, mit dem Schreiben aufzuhören, prognostizierte vor kurzem die britische Society of Authors. Die Vereinigung, die mehr als 8500 professionelle Schriftsteller in Grossbritannien repräsentiert, sieht den Buchhandel in eine Überlebenskrise gedrängt.

Insbesondere die durch Online-Piraterie entstehenden Umsatzverluste würden der Branche schwer zusetzen, beklagen sie gegenüber der britischen "Times". Das Internet sei nicht nur mit einer Unmenge illegaler Musik sondern auch mit einer Vielzahl von unlizenzierten digitalen Kopien einzelner Textauszüge und kompletter Buchinhalte überflutet. Um dieser Entwicklung entgegenwirken zu können, sei vor allem ein brauchbares Geschäftsmodell für das digitale Zeitalter von Nöten, so der Tenor der Autorenvereinigung.

"Wir warnen die Verlagsbranche bereits seit Jahren vor dem zunehmend grösser werdenden Problem der Online-Piraterie", erklärt Björn Frommer, Experte für Urheberrecht und Mitglied der Arbeitsgruppe Piraterie im Börsenverein des Deutschen Buchhandels. Besonders betroffen sei das Segment der Hörbücher. Mitentscheidend hierfür sei der Umstand, dass Hörbuch-User in der Regel ein durchwegs internetaffines Publikum darstellen würden. Ein wichtiger Aspekt sei zudem der Preis. (pte)