Der Schweizer Bergsteiger Ueli Steck ist am Sonntagmorgen am Himalaya tödlich verunglückt. Laut «Himalayan Times» soll er auf einer Erkundungstour für seinen Rekordversuch ausgerutscht und abgestürzt sein. Eine sechsköpfige Rettungscrew habe den toten Körper in der Nähe des Nuptse Face geborgen, schreibt die Zeitung. Seine sterblichen Überreste seien bereits per Helikopter nach Lukla überführt worden.
Stecks Sprecher Andreas Bantel bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur sda den Tod des Extrembergsteigers. Die genauen Umstände des Unfalls seien derzeit noch unbekannt. Sobald gesicherte Erkenntnisse vorlägen, würden diese der Öffentlichkeit mitgeteilt.
Die Leiche des 40-jährigen Berners wurde bereits am Sonntag in die Hauptstadt Kathmandu gebracht. Dort werde die Familie von ihm Abschied nehmen können, sagte Bantel. Sie hoffe auch auf mehr Informationen zu den Umständen des Unfalls.
(Bild: Facebook/Ueli Steck)
Mingma Sherpa von «The Seven Summits Trecks» sagte, Steck sei allein unterwegs gewesen, als er zwischen Camp I und Camp II am Fusse des Everest 1000 Meter in die Tiefe gestürzt sei. Die Firma hatte die jüngste Expedition des Schweizers mitorganisiert. Er und sein Team seien sehr traurig über den Verlust eines «ausgezeichneten Bergsteigers und sehr netten Menschen», sagte Sherpa.
Seine letzte Ruhe soll Steck in Nepal finden. Nach Angaben von Stecks Sprecher ist es der Wunsch der Familie, dass der Verstorbene im Himalaya-Land beerdigt wird. Steck habe das Land geliebt und dort viele Freunde gehabt. In der Schweiz soll es zu einem späteren Zeitpunkt eine Gedenkfeier geben.
Stecks Angehörige reisen laut Bantel nun nach Nepal. Die Beerdigung wird schon in den nächsten Tagen stattfinden – wie es im buddhistisch geprägten Land üblich ist.
Auch Sportlerkollegen reagierten traurig. Die Nidwalder Bergführerin und Extremsportlerin Evelyne Binsack nannte Stecks Tod auf blick.ch «eine Katastrophe». Steck habe vermutlich «zwei Seelen in seiner Brust gehabt».
Sportminister Guy Parmelin schrieb in einer Stellungnahme: «Steck war einer der Besten, verschob Grenzen, und doch blieb er immer bescheiden.» Er würdigte Stecks «Leistungen, seine Willenskraft und seine Haltung». Steck sei seine Aufgaben «mit höchstem Respekt und Sorgfalt» angegangen.
«Scheitern heisst sterben»
Der Schweizer Bergsteiger war weltweit bekannt für seine extremen Klettertouren. Dieses Mal war er am Mount Everest unterwegs, um einen neuen Rekord aufzustellen: Zwei der höchsten Berge der Welt wollte er in einem Durchgang besteigen – innerhalb von zwei Tagen und ohne Sauerstoffflasche. Etwas, das noch niemandem gelang.
Vor drei Jahren sprach persoenlich.com mit dem Extrembergsteiger über die Faszination des Kletterns sowie dessen Gefahren. Dabei sagte Steck: «Es ist eine Realität, dass Bergsteigen eine gefährliche Sportart ist. Man muss sich dies einfach immer wieder vor Augen führen.» In einem seiner letzten Interviews sagte er gegenüber dem «Tages-Anzeiger»: «Scheitern heisst für mich: Wenn ich sterbe und nicht heimkomme.» (lom)