Niemand will den Fifa-Film "United Passions" sehen. Das zeigen Recherchen der "SonntagsZeitung". Bislang wurde der Film erst in sechs Ländern im Kino gezeigt – jeweils mit äusserst bescheidenem Erfolg. Gemäss Rentrak, einer amerikanischen Firma, spezialisiert auf die Messung von Besucherzahlen, kam "United Passions" bislang nur in Russland, Portugal, Serbien, Ungarn, Slowenien und der Ukraine in die Kinos.
In Italien wurde der Film nur im Fernsehen gezeigt, in Frankreich direkt als DVD veröffentlicht. In Russland spielte der Film umgerechnet knapp 160'000 Franken ein, in Portugal rund 7000 Franken und in Serbien rund 3500 Franken. Für die anderen Länder sind keine Zahlen verfügbar. Auch in Ungarn scheint der Film aber kein Erfolg zu sein. Ein ungarischer Kinogänger berichtet auf der Kinowebsite IMDB gar, er sei der einzige Zuschauer im Vorführungsraum gewesen.
Die Idee zum Film entstand bereits vor 10 Jahren, dieses Jahr wurde er fertiggestellt. Das Epos kostete rund 30 Millionen Franken. Wie Fifa-Finanzchef Markus Kattner im Juni dieses Jahres der Nachrichtenagentur AP sagte, kam die Fifa für 90 Prozent der Kosten auf. Mit diesem Budget konnten namhafte Schauspieler für das Projekt engagiert werden. Die Rolle Sepp Blatters übernimmt Tim Roth. Weitere Hauptrollen spielen Gérard Depardieu und Sam Neill.
Die Fifa beantwortet keine Fragen zum Film. Eine Sprecherin verweist auf die Produktionsfirma Thelma Films und den Vermarkter Cinépresse, beide stammen aus Frankreich. Auch diese wollten sich auf Anfrage nicht äussern. (SonntagsZeitung)