Blogs und Forumsbeiträge beeinflussen Handlungsstränge

TV-Serien - Interaktive Zuschauer als Chance und Gefahr für Macher.

Zunehmend mehr Fans versuchen die Inhalte ihrer Lieblingsserien durch Blogs und Forumsbeiträge im Internet zu beeinflussen. Das Web bietet den Zusehern heute die Möglichkeit, Fernsehserien und Filme auf verschiedensten Plattformen bis ins Detail zu diskutieren, zu kritisieren und Wünsche zum weiteren Verlauf von Handlungssträngen kund zu tun. Online-Debatten über aktuelle Serienhits sind zur Regel geworden und finden daher bei Produzenten und Autoren mittlerweile auch Gehör.

Ein Beispiel dafür liefert die US-Erfolgsserie Heroes. Nachdem die Fans einige Charaktere und Handlungsverläufe in der zweiten Staffel scharf kritisiert und dagegen protestiert hatten, reagierte Heroes-Schöpfer Tim Kring und versprach für die dritte Staffel einige Änderungen. "Wir haben Fehler gemacht. Wir haben die Beschwerden gehört und werden darauf reagieren", sagte Kring im Juli im Zuge der diesjährigen Comic-Con, wo die aktuelle dritte Staffel von Heroes erstmals vorgestellt wurde.

Kring ist nicht der einzige, der auf die Wünsche der Fans reagiert hat. "Es stimmt, dass eine grosse Zahl von Leuten in der TV-Branche liest, was zu ihren Shows im Web gepostet wird und dass das Einfluss auf Inhalt und Charakterentwicklung in den Serien haben kann", sagt auch John Ramos, Drehbuchautor und Produzent aus Los Angeles, gegenüber dem "Guardian". Das Internet erlaube den Fernsehsendern, unverzüglich die Reaktionen der Fans auf aktuelle Episoden zu verfolgen. Natürlich heisse das aber nicht, dass auf jede Beschwerde automatisch eingegangen werde.

Auch die Arztserie Grey's Anatomy bietet ein Beispiel dafür, wie auf Online-Kritik reagiert wird. Auch hier wurden zu Beginn der aktuell in den USA laufenden fünften Staffel einzelne Handlungsstränge schnell wieder herausgeschrieben, nachdem sie am Ende der vierten Staffel für wenig Begeisterung bei den Fans gesorgt hatten. Für die Produzenten und Autoren wird das Netz allerdings auch zum zweischneidigen Schwert. Einerseits kann das Eingehen auf Zuseherwünsche dabei helfen, die Quoten zu erhöhen. Gleichzeitig dürfe das interaktive Verhältnis zu den Fans aber nicht die Kreativität der Serienmacher beeinflussen, meint Danny Cohen, Senderchef von BBC 3. (pte)