13.04.2010

Dialektlehre

"Booseldiitsch" für jedermann

Umfassendes Wörterbuch steht vor Abschluss.

Baseldeutsch, wie es tatsächlich gesprochen wird, soll bald in einem Nachschlagwerk für jedermann zugänglich sein: Das neue Baseldeutsch- Wörterbuch von Bürgergemeinde, Christoph Merian Stiftung (CMS) und einem Team der Universität Basel steht vor dem Abschluss. 576 Seiten dick soll es sein, rund 10'000 Wörter und Wendungen enthalten und am 17. September in den Verkauf gelangen: Das neue Baseldeutsch-Wörterbuch, seit 2007 in Arbeit, steht in der abschliessenden Korrekturphase, wie es an einer Medienkonferenz vom Dienstag hiess.

Erarbeitet worden ist das für ein breites Publikum gedachte Wörterbuch von einem Forschungsteam des Deutschen Seminars der Universität Basel unter Leitung von Annelies Häcki Buhofer, Professorin für Sprachwissenschaft. Rund eine halbe Million Franken haben die Bürgergemeinde der Stadt Basel und die CMS dafür aufgewendet.

Das neue Werk geht zwar vom bisherigen Wörterbuch von Rudolf Suter aus, das seit 1984 in mehreren Auflagen ebenfalls im CMS-Verlag erschienen ist. Doch gibts deutliche Unterschiede. Vor allem orientiert es sich am aktuellen Sprachgebrauch, nicht an einem Traditionsdialekt, wie er teils noch an der Fasnacht aufscheint. Grundlage waren Recherchen. So lancierten die Forscher - erstmals bei einem Dialektwörterbuch - eine Internet-Umfrage, bei der über 4000 Personen mitmachten und 70'000 Antworten beitrugen. Zudem legten sie eine Textsammlung an aus Radio- und TV-Beiträgen, Literatur, Fasnachtszeedel, Songtexten und Anderem mit gegen 10 Millionen Wörtern.

Ins Wörterbuch aufgenommen wurden neue Wörter als auch typische alte Basler Ausdrücke, angepasst wurden Bedeutungsumschreibungen wie auch Schreibweisen. Ziel war, dass eine "Sprache festgehalten wird, die geredet wird, und dass man dann schreiben kann, wie geredet wird", sagte Beat von Wartburg, Leiter der Abteilung Kultur bei der CMS. (sda)


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