Branche wächst rasant

Computerspiele - Umsätze nähern sich der Filmindustrie.

Im vergangenen Jahr hat die Videospielindustrie weltweit 56 Milliarden Dollar umgesetzt. Das ist mehr als doppelt so viel wie die Musikindustrie erwirtschaftet hat. Experten prognostizieren in den kommenden Jahren weiterhin starkes Wachstum für die Branche, wie der Economist berichtet. Videospiele sind durch die Verbreiterung der Zielgruppe endgültig zum Massenphänomen geworden.

Das Bild des Videospielers hat sich in den vergangenen Jahren gewandelt. Zu Anfang hat die Industrie sich hauptsächlich auf Kinder und Jugendliche konzentriert. Mit Einführung der Playstation Mitte der 90er-Jahre begannen auch vorwiegend männliche Erwachsene zu spielen. Eine wahre Revolution passierte aber erst in jüngerer Vergangenheit mit Spielen wie Singstar oder den Sport- und Fitness-Spielen. Mittlerweile sind schon 42 Prozent der Spieler in den USA weiblich. Das Durchschnittsalter der Zocker beträgt in den Staaten mittlerweile stolze 37 Jahre. Das liegt einerseits daran, dass die Gamer der ersten Stunde mittlerweile nicht mehr die Jüngsten sind und andrerseits an der zunehmenden Technikaffinität der Pensionisten. Einer von drei Über-50-Jährigen in den USA spielt Videospiele.

Computerspiel hält Rekord mit erfolgreichstem Start

Mittlerweile nähern sich die Umsätze, die mit Computerspielen gemacht werden, sogar der Filmindustrie an. Bis 2015 erwartet die Videospielbranche Geschäfte in der Grössenordnung von 82 Milliarden Dollar pro Jahr. Den Rekord für den erfolgreichsten Start eines Unterhaltungsprodukts hält schon seit längerem ein Computerspiel. Seit November 2011 ist "Call of Duty: Modern Warfare 3" der Rekordhalter in dieser Kategorie. In den ersten fünf Tagen setzte das Spiel 750 Millionen Dollar um.

Der grösste Markt für Videospiele ist nach wie vor die USA. Allerdings holt China, das mittlerweile Platz zwei belegt, mit Riesenschritten auf. Die 14,1 Milliarden Dollar, die jährlich in den USA umgesetzt werden, fliessen zum Grossteil ins Konsolengeschäft. Deutschland dagegen ist eines der wenigen Länder, in denen PC-Spiele dominieren. Der grösste Wachstumsmarkt ist allerdings das Geschäft mit den Handygames. (pte)