Der umstrittene neue Film "Der böse Onkel", der im Vorfeld der Solothurner Filmtage für Schlagzeilen sorgte, bleibt im Programm. Er soll am späten Samstagabend - ausserhalb der Wettbewerbskategorien - Premiere feiern. Das Werk von Urs Odermatt erinnert vage an ein reales Verbrechen: Die sexuellen Übergriffe eines Aargauer Turnlehrers auf eine Schülerin Ende der 90er Jahre. Die Familie des Opfers lehnt den Streifen gemäss Medienberichten ab. Im Gespräch war eine superprovisorische Verfügung, mit der die Premiere allenfalls hätte verhindert werden können. Eine solche traf bei den Solothurner Filmtagen bis Samstagnachmittag aber nicht ein, wie es auf Anfrage hiess. Die negative Reaktion der Familie auf den Streifen ist indes verständlich. Mit etwas weniger krud betonten Parallelen zum Aargauer Fall hätte der Film womöglich punkten können: Odermatt wartet mit einem phasenweise interessanten Werk auf und schafft eine Art Kunstfilm mit schnellen Schnitten und Traumsequenzen. (sda)
"Der böse Onkel" bleibt im Programm
Solothurner Filmtage - Umstrittener Film wird spätabends gezeigt.