Die Geschichte von Carl Lutz wird verfilmt

Schweizer Oskar Schindler - Die Dreharbeiten zu Peter Luisis Historiendrama «Das Glashaus» haben an Originalschauplätzen in Ungarn begonnen. Das Budget beträgt über 5,5 Millionen Franken.

In Ungarn haben die Dreharbeiten zum Kinofilm «Das Glashaus» begonnen, teilt die Zürcher Produktionsfirma Spotlight mit. Regisseur und Drehbuchautor Peter Luisi, der unter anderem für «Bon Schuur Ticino» bekannt ist, erzählt darin die Geschichte des Schweizer Diplomaten Carl Lutz. Dieser rettete während des zweiten Weltkrieges gemeinsam mit seiner Frau Gertrud in Budapest Zehntausende Jüdinnen und Juden rettete. Die Hauptrollen spielen Max Simonischek und Miriam Stein. Die Dreharbeiten dauern rund neun Wochen. Der Schweizer Kinostart ist für Ende 2027.

Der Film spielt 1944 in Budapest. Nach der Besetzung Ungarns durch die deutsche Wehrmacht beginnt die systematische Deportation der jüdischen Bevölkerung. Vizekonsul Carl Lutz (Simonischek) stellt sogenannte Schweizer Schutzbriefe aus. Als das offiziell bewilligte Kontingent ausgeschöpft ist, dehnt er die Regeln aus und baut gemeinsam mit Gertrud Lutz (Stein), Miklós Krausz und weiteren Helferinnen und Helfern ein Schutzsystem auf. Dessen Zentrum ist das «Glashaus», ein unter Schweizer Schutz stehendes Gebäude in der Budapester Vadász utca. Michael Neuenschwander spielt Maximilian Jäger, den Schweizer Gesandten in Budapest und direkten Vorgesetzten von Lutz.

SRF in der Koproduktion

Die Rettungsaktion von Carl und Gertrud Lutz gilt als grösste zivile Rettung von Jüdinnen und Juden während des Holocausts. Schätzungen zufolge wurden mehr als 50'000 Menschen gerettet. Lutz wird oft als «Schweizer Oskar Schindler» bezeichnet. Anders als Schindler wurde er aber nicht als Held gefeiert: Nach seiner Rückkehr in die Schweiz rügten ihn die Bundesbehörden, seine Leistung wurde jahrzehntelang kaum beachtet. Rehabilitiert und gewürdigt wurde er erst kurz vor seinem Tod 1975 und verstärkt ab den 1990er-Jahren.

Produziert wird der Film von Spotlight Media Productions (Schweiz) in Koproduktion mit Laokoon Cinema (Ungarn), Contrast Film Bern, dem SRF und Sky. Gedreht wird an historischen Originalschauplätzen in Budapest und in Bern. Das Gesamtbudget beläuft sich auf über 5,5 Millionen Franken, wovon etwas mehr als 3 Millionen aus öffentlicher Hand stammen, präzisieren die Produzenten auf Anfrage. Gefördert wird der Film unter anderem vom Bundesamt für Kultur, der Zürcher Filmstiftung, der Berner Filmförderung, dem National Film Institute Hungary und dem ungarischen Tax Rebate. (pd/spo)