Die Einnahmen der Musiksparte des britischen Plattenkonzerns EMI aus digitalen Musikverkäufen haben laut den vorläufigen Ergebnissen um 59 Prozent zugenommen und machen damit zehn Prozent der Einnahmen aus. Der drittgrösste Musikverlag der Welt rechnet aber wie schon im Februar angekündigt insgesamt mit einem Umsatzrückgang um 15 Prozent , heisst es in einer heute, Mittwoch, veröffentlichten Aussendung zu den vorläufigen Zahlen für das im März abgeschlossene Geschäftsjahr. Schlechte Nachrichten gibt es für EMIs Aktionäre, denn wegen der laufenden Restrukturierungen wird EMI die Dividendenzahlungen an seine Aktionäre bis zum Abschluss des Sparprogramms 2009 aussetzen.
Dennoch zeigt sich EMI-Vorstandschef Eric Nicoli optimistisch. "Wir haben einige wichtige Initiativen im digitalen Bereich gesetzt - die aktuellste ist die Einführung DRM-freier Downloads in hoher Tonqualität unseres gesamten digitalen Musikkatalogs -, die unser Vertrauen in den digitalen Markt widerspiegeln", erklärt Nicoli in der Pressemitteilung. EMI schätzt, dass der Anteil der digitalen Musikverkäufe bis 2010 einen Anteil von 25 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachen wird. "Physische Musikverkäufe werden weiterhin den Grossteil der Einnahmen ausmachen", betont ein EMI-Sprecher gegenüber pressetext.
EMI befindet sich inmitten eines Restrukturierungsprozesses, der Spar- und Kostenreduzierungsprogramme umfasst. Arbeitsplatzstreichungen sind Teil der Anpassung an die Herausforderungen in der Musikindustrie. Die Massnahmen des im Januar dieses Jahres angekündigten Programms zur Einsparung von 110 Mio. Pfund (162 Mio. Euro) bis 2009 wurden bereits zum grössten Teil umgesetzt, so EMI. Wie viele Stellen im vergangenen Jahr gestrichen wurden, wollte man bei EMI nicht sagen. Es ist aber davon auszugehen, dass dem Sparprogramm 2007 nicht mehr so viele Arbeitsplätze zum Opfer fallen, da der grösste Teil des Plans bereits umgesetzt wurde. Bis zum März 2008 sollen von den 110 Mio. Pfund bereits 70 Mio. Pfund eingespart sein. Das im April 2006 angekündigte Programm zur Kostenreduzierung um 30 Mio. Pfund ist abgeschlossen.

