Der österreichische Kulturminister Josef Ostermayer zieht die Konsequenzen aus der aktuellen Finanzaffäre des Wiener Burgtheaters und entlässt dessen Direktor Matthias Hartmann. Die Entscheidung fiel nur wenige Stunden, nachdem der künstlerische Geschäftsführer selbst angeboten hatte, sein Amt bis zur Klärung der Vorwürfe ruhend zu stellen.
Den Schritt bestätigte Hartmann heute Mittag via Medienmitteilung. "Man möchte meinen, dass sich der künstlerische Geschäftsführer auf die kaufmännische Direktion, die Kontrollfunktion der Holding und die Wirtschaftsprüfer verlassen könnte. Da wurde ich offensichtlich völlig im Stich gelassen und muss dafür jetzt büssen."
Hartmann unterstrich, die Entlassung nicht zu akzeptieren. Deshalb habe er unmittelbar eine Rechtsanwaltskanzlei damit beauftragt, Klage gegen die Entlassung einzubringen.
Unglückliche Zürcher Jahre
Von 2005 bis 2009, vor seiner Berufung ans Burgtheater, amtete Matthias Hartmann als Intendant am Schauspielhaus Zürich. Auch diese Zürcher Jahre waren überschattet von allerlei Auseinandersetzungen und Streitigkeiten, wie etwa einem Streik des technischen Personals.
Eine geharnischte Reaktion in Zürich rief Hartmanns kürzlich geäusserter Hinweis hervor, er habe das Schauspielhaus als Sanierungsfall übernommen und dann als Intendant saniert. Der ehemalige Kulturchef der Stadt Zürich, Jean-Pierre Hoby, wies dies mit geharnischten Worten zurück.
Hartmanns Behauptung sein "eine mutwillige Beleidigung", sagte Hoby dem Magazin "profil". Hartmann habe seine erste Spielzeit mit einem Verlust von mehr als 220'000 Franken abgeschlossen, begründete Hoby seine Intervention. (sda)