26.02.2026

Grand Prix Design

Drei Preise für Schweizer Kreativität

Atelier Oï, Ursula Hiestand und Simone C Niquille prägen das aktuelle Schweizer Gestalten.

Das Bundesamt für Kultur zeichnet das Design- und Architekturstudio Atelier Oï, die Grafikerin Ursula Hiestand und die Designerin und Forscherin Simone C Niquille mit dem Schweizer Grand Prix Design aus. Die Auszeichnung ist mit je 40'000 Franken dotiert.

Das Architektur- und Designstudio Atelier Oï ist in verschiedenen Disziplinen tätig und arbeitet «an der Schnittstelle von Produktdesign, Szenografie, Architektur und Innenarchitektur», wie das Bundesamt für Kultur (BAK) am Donnerstag mitteilte. Das Atelier Oï gibt es seit 1991, gegründet haben es Aurel Aebi, Armand Louis und Patrick Reymond.

Elf Jahre später erlangte es internationales Renommee durch seine Arbeiten für die Expo.02. Oder mit ihrem Entwurf der Pendelleuchten «Allegro» und «Allegretto» für den italienischen Hersteller Foscarini. Die Lampen-Designs erzeugen durch miteinander verflochtene Metallstäbchen Schattenspiele. Aufträge erhält das Designertrio aus aller Welt, darunter von bekannten Marken wie Louis Vuitton, USM oder Nespresso.

Das Atelier Oï stehe für eine Erfolgsgeschichte des Schweizer Designs, hebt die Eidgenössische Designkommission in der Mitteilung hervor. Seinen Hauptsitz hat das Atelier im ehemaligen Motel von La Neuveville BE, das es in «Moïtel» umbenannte und das gleichzeitig Arbeitsraum, Experimentierfeld und Ausstellungsort ist, wie die Designer auf ihrer Website schreiben.

Prinzipien des «Swiss Style»

Mit der Zürcher Grafikerin Ursula Hiestand würdigt das BAK weiter eine Persönlichkeit, deren Wirken «wegweisend für das moderne Schweizer Grafikdesign» sei. Sie steht für eine sachlich-funktionale Gestaltung. In Zürich führte sie ab 1960 gemeinsam mit ihrem Ehemann Ernst Hiestand das Atelier E + U Hiestand, ab 1980 führte sie es alleine weiter.

Das Corporate Design der Warenhauskette ABM oder das Schweizer Banknoten-Design der Jahre 1976 bis 2000 zählen zu den bekanntesten Arbeiten. Als eine der ersten Frauen nahm die Grafikdesignerin mit Jahrgang 1935 in der Alliance Graphique Internationale, einer prestigeträchtigen Vereinigung führender Gestalterinnen und Gestalter aus aller Welt, eine Pionierrolle ein.

«Die dort entstandenen Entwürfe wirken bis heute im öffentlichen Raum und trugen zur internationalen Verbreitung zentraler Prinzipien des ‹Swiss Style› bei», heisst es in der Mitteilung.

Hinterfragen digitaler Technologien

Mit der 1987 in Zug geborenen Simone C Niquille würdigt das BAK ausserdem eine Gestalterin, die mit digitalen Technologien arbeitet. Sie erkundet auf spielerische Weise den Einfluss digitaler Werkzeuge auf unser heutiges Leben. Ihre Arbeiten umfassen Video‐Installationen, Forschungsprojekte, Texte und Lehrformate.

2020 wurde Niquille bereits mit dem Pax Art Award ausgezeichnet. Dieser wird an Schweizer Kunstschaffende verliehen, die in ihren Werken Technologien von neuen Medien nutzen beziehungsweise deren Auswirkungen reflektieren.

Als erste Trägerin des Schweizer Grand Prix Design in der Kategorie «Media & Interaction Design» stehe Niquille für «eine hybride, transdisziplinäre Praxis», heisst es. Diese Praxis würde die gesellschaftlichen Folgen digitaler Standardisierung, Vorurteile in Technologien und die Grenzen maschinellen Sehens thematisieren. Simone C Niquille lebt und arbeitet in Amsterdam.

Seit 2007 werden mit dem Schweizer Grand Prix Design national und international bedeutende Designschaffende ausgezeichnet. Die Auszeichnungen werden zusammen mit den Schweizer Designpreisen am 15. Juni im Rahmen der Ausstellung «Swiss Design Awards» in Basel verliehen. Die Schau in der Messe Basel dauert dann vom 16. bis zum 21. Juni. (sda/cbe)


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